Husten

Husten- oder Erkältungsviren werden durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen, Sprechen oder Atmen übertragen. Sie dringen in die Schleimhäute der oberen Luftwege ein und vermehren sich dort. Dann dauert es etwa zwei Tage, bis die ersten Erkältungssymptome auftreten. Immungeschwächte oder chronisch kranke Menschen, Kinder sowie Personen, die sich viel in geschlossenen Räumen aufhalten, sind besonders gefährdet.
Ursachen und Beschwerden

Husten- oder Erkältungsviren können sich bei Kindern und immungeschwächten Personen besonders gut einnisten und vermehren.

Zu den Risikogruppen zählen
- gestresste und ständig überlastete Menschen
- chronisch Kranke, besonders Menschen die an Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus leiden
- ältere Menschen
- oder starke Raucher.

Wenn Sie zu diesen Gruppen zählen oder Ihr Immunsystem nicht optimal arbeitet, sollten Sie vorbeugen, beispielsweise

- mit dem Mineralstoff Zink (wichtig für die körpereigene Abwehr von Krankheitserregern)
- mit Vitamin C (unterstützt das Immunsystem)
- oder mit Echinacea-Präparaten (regt die Abwehrkräfte an).

Krankheitsverlauf bei Erkältungshusten
Der typische Verlauf eines Erkältungshustens beginnt mit Brennen in der Brust begleitet von Mattigkeit und Krankheitsgefühl. Im Anschluss klagen die Betroffenen über einen schmerzhaften, trockenen Reizhusten, der später in einen lockeren Husten mit Verschleimung und Auswurf übergeht. Die Erkältungsviren lösen in der Regel nicht nur Husten aus, sondern sie greifen auch die Nasen und Rachenschleimhäute an. Symptome wie

- Schnupfen
- Halsschmerzen
- Heiserkeit
- Kopfschmerzen
- und Fieber

begleiten deshalb häufig den Husten. Wenn der Husten länger als eine Woche anhält, kann sich daraus ein chronischer Husten entwickeln. Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Hilfe aus der Apotheke

Der trockene Reizhusten am Beginn einer Erkältung kann äußerst schmerzhaft sein und lässt die Patienten weder tagsüber noch nachts zur Ruhe kommen. Mit Hustenstillern kann man den Hustenreiz unterdrücken und dem geschwächten Körper die notwendigen Erholungsphasen ermöglichen.

Gängige Hustenstiller enthalten beispielsweise Wirkstoffe wie Clobutinol, Dextrometorphan oder Pentoxyverin. Die Wirkung dieser Arzneistoffe setzt schnell ein, sie sind jahrelang erprobt und gut verträglich.
Wenn nach einigen Tagen Schleim abgesondert wird und der trockene Reizhusten in produktiven Husten übergeht, können Hustenlöser das Abhusten erleichtern. Bei den freiverkäuflichen Hustenlösern findet man Wirkstoffe wie Ambroxol, Bromhexin und Acetylcystein (ACC). Sie lockern den zähflüssigen Bronchialschleim und verkürzen so den Krankheitsverlauf.

Pflanzliche Hustenmittel, Fachleute sprechen von Expektorantien (auswurffördernde Mittel), enthalten beispielsweise Extrakte aus Efeu- und Thymianblättern sowie der Primelwurzel. Sie haben gleichzeitig krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften.

Damit Hustenlöser ihre volle Wirkung entfalten können, sollten Sie mindestens 2 Liter Flüssigkeit, am besten Wasser oder Kräutertee zu sich nehmen.

Zur Behandlung von Husten gibt es zahlreiche geeignete Anwendungsformen. Egal ob Tee, Salbe, Saft, Tropfen oder Tabletten, für die Wirkung ist nicht die Darreichungsform, sondern die regelmäßige und ausreichend dosierte Anwendung entscheidend.

Brausetabletten, Granulat, Husten- und Bronchialtees:
Diese Produkte haben den Vorteil, dass sie mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. Solche Medikamente wirken schnell und verflüssigen den Bronchialschleim.

Hustensaft und Hustentropfen:
Die Wirkung setzt schnell ein. Tropfen enthalten allerdings häufig Alkohol und sind deshalb für Kinder, Schwangere und Leberkranke ungeeignet. Bei der Anwendung eines Saftes sollten vor allem Diabetiker ein zuckerfreies Produkt wählen.

Hustenbonbons/Lutschpastillen:
Das Lutschen ist praktisch für unterwegs und hält die Schleimhäute feucht. Man unterscheidet hustenstillende und schleimlösende Produkte.

Erkältungsbalsame:
Sie entfalten ihre Wirkung am besten, wenn sie auf der Brust eingerieben werden. Sie enthalten ätherische Öle, die zum einen direkt durch die Haut in die unteren Atemwege gelangen. Zum anderen verdampfen die leicht flüchtigen Öle auf der warmen Haut und werden eingeatmet. Durch diesen Inhalationseffekt gelangen die Wirkstoffe direkt in den Bronchialtrakt. Ähnlich wirken auch Erkältungsbäder.

Inhalationsmittel:
Erkältungsbalsam kann, wenn er in heißes Wasser gegeben wird, auch zum Inhalieren verwendet werden. Dies kann durch einen Inhalator, oder über einem einfachen, offenen Gefäß geschehen. Neben Erkältungsbalsam kommen auch Auszüge ätherischer Öle, Mineralsalze oder Schleimlöser (Ambroxol) als Inhalationsmittel zum Einsatz. Inhalationen lindern nicht nur bei Husten die Beschwerden. Sie eignen sich zur Behandlung von allen Atemwegsinfekten.

Wann zum Arzt?

Bronchitis kann gefährlich werden
Wenn die Schleimhäute der Bronchien durch Viren angegriffen werden und das Immunsystem überstrapaziert wird, oder wenn sich erste entzündliche Prozesse einschleichen, dann haben Bakterien ein leichtes Spiel, sich einzunisten. So kann es vorkommen, dass auf die ursprüngliche Vireninfektion eine Bakterieninfektion folgt. Ein deutliches Anzeichen dafür ist, dass sich das Sekret gelb oder grün verfärbt. Die Bakterien können nicht nur die Bronchien (Bronchitis), sondern auch die Lunge (Lungenentzündung), die Nasennebenhöhlen (Sinusitis), das Ohr (Mittelohrentzündung), das Herz (Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung) oder die Hirnhäute (Hirnhautentzündung) befallen.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- der Husten (trotz Behandlung) länger als zehn Tage anhält
- Fieber auftritt
- der Husten mit eitrigem oder blutigem Auswurf einhergeht
- die Atmung erschwert ist
- Sie einer Risikogruppe angehören. Dazu zählen Schwangere und Stillende, Diabetiker, Allergiker sowie Säuglinge und Kleinkinder
- Verdacht auf Keuchhusten besteht
- Verdacht auf chronische Bronchitis oder Asthma.

Der Arzt stellt die Ursache der Beschwerden fest und kann aufgrund des Befundes zielgerecht Medikamente verordnen.

Was Sie beachten sollten

Hustenstiller und -löser nicht gleichzeitig einnehmen!
Während Hustenlöser den Schleim verflüssigen, unterdrücken Hustenstiller den Hustenreiz. Bei gleichzeitiger Einnahme kann der gelöste Schleim nicht abgehustet werden.
Möglich ist dagegen die Anwendung von Hustenlösern am Tage zur Erleichterung des Abhustens kombiniert mit Hustenstillern in der Nacht, wenn trotz Schleimabsonderung ein quälender Hustenreiz besteht. Lassen Sie sich zur richtigen Anwendung von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Erhöhter Flüssigkeitsbedarf
Trinken Sie viel und halten Sie die Raumluft feucht!
Patienten, die unter Husten oder Erkältungskrankheiten leiden, haben einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Trinken Sie mindestens 2 Liter Flüssigkeit, am besten Wasser, Tee oder Fruchtsaftschorlen, damit die Schleimhäute nicht austrocknen. Mit Wasserdampfschalen oder durch Aufhängen von feuchten Tüchern können Sie während der Nacht die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer erhöhen. Meiden Sie trockene oder verrauchte Räume.

Pfefferminz- und Eukalyptusöl
Für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich!
Erkältungssalben, die Campher, Cineol (in Eukalyptusöl), Menthol (in Pfefferminzöl) enthalten, dürfen nicht im Bereich von Hals und Gesicht (insbesondere der Nase) bei Säuglingen und Kleinkindern aufgetragen werden. Es kann sonst zu Atemnot kommen. Säuglingsgerechte Erkältungssalben enthalten deshalb kein Menthol.


Hustenlöser
Hustenlöser lockern den zähflüssigen Bronchialschleim und erleichtern so das Abhusten. Sie sollten in erster Linie tagsüber eingesetzt werden. Ganz wichtig ist, dass Sie während der Einnahme ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Trinken Sie mindestens 2-3 Liter stilles Wasser, Fruchtsaftschorle oder Kräuter- bzw. Früchtetee über den Tag verteilt. Das unterstützt den schleimlösenden Effekt der verabreichten Hustenmittel. Kaffee und schwarzer Tee sind weniger geeignet. Diese Getränke wirken harntreibend und erhöhen dadurch den Flüssigkeitsbedarf.

Hustenstiller
Hustenstiller unterdrücken den Hustenreiz. Bei quälendem und schmerzendem Reizhusten werden sie häufig nachts eingesetzt, so dass sich die Betroffenen "gesund schlafen" können. Die Wirkstoffe gibt es je nach Herstellerangebot und Verarbeitungsmöglichkeit in unterschiedlichen Darreichungsformen wie Tabletten, Brausetabletten, Granulat, Pulver, Trinktabletten, Lutschtabletten, manchmal sogar als Zäpfchen.

Pflanzliche Hustenmittel
Pflanzliche Hustenmittel können sowohl hustenstillend als auch auswurffördernd wirken. Hustenstiller werden meist zu Beginn einer Erkältung eingesetzt. Sie lindern den Hustenreiz. Auswurffördernde Mittel werden auch als Expektorantien bezeichnet. Sie haben zusätzlich krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften. Damit Hustenlöser ihre volle Wirkung entfalten können, sollten Sie mindestens 2 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Tees, Balsame, Bäder
Erkältungstee wirkt entzündungshemmend und schleimlösend. Gleichzeitig können Sie Ihrem Körper damit zusätzliche Flüssigkeit zuführen. Bei Erkältungskrankheiten ist dies besonders wichtig.
Erkältungsbalsam macht die Atemwege frei. Er kann als Einreibung oder als Inhalationsmittel benutzt werden. Erkältungsbäder sorgen dafür, dass Sie besser durchatmen können. Wie beim Erkältungsbalsam werden die Inhaltsstoffe inhaliert. Gleichzeitig können Sie beim Baden entspannen.


zurück zum Thema Erkältung
zurück zur Hauptübersicht