Schnupfen

Schnupfen nimmt die erste Stelle bei der Häufigkeit von Erkältungssymptomen ein. Laut Statistik erkrankt jeder Erwachsene dreimal jährlich an Schnupfen, Kindergarten- und Schulkinder noch häufiger. Die Ansteckungsgefahr ist beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen besonders groß. Die Erkältungsviren können bereits beim Sprechen, Ausatmen oder Niesen übertragen werden. Meistens wissen die Infektionsüberträger gar nicht, dass sie ansteckend sind. Die ersten Schnupfensymptome treten etwa 2 Tage nach Ansteckung auf.
Ursachen und Beschwerden

Schnupfen ist die Bezeichnung für eine Entzündung der Nase. Fachleute sprechen von Rhinitis. Auslöser sind Erkältungsviren, meistens Rhinoviren. Sie werden von Mensch zu Mensch durch kleinste Tröpfchen (Anhusten, Atmen, Sprechen, Niesen) übertragen. Zunächst nisten sich die Erreger in der Nasenschleimhaut ein und vermehren sich. Nach etwa 2 Tagen kommt es zu den typischen Schnupfensymptomen:

- Tropfnase
- Zuschwellen der Nase, Atemprobleme
- Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn
- Niesattacken
- verstärkte Schleimbildung.

Schnupfen wird häufig auch von Kopf-, Hals- und Rachenschmerzen begleitet. Manchmal reagiert der Körper sogar mit Fieber.
Wenn die Nase läuft, leidet der Patient. Doch der Körper profitiert, denn der sich bildende Nasenschleim ist eine Schutzreaktion des Körpers. Durch den Schleim sollen die Krankheitserreger ausgeschwemmt werden. Niesen verstärkt diesen Effekt: Die Eindringlinge werden herausgeschleudert.
In der Regel dauern die Schnupfensymptome eine Woche an. Wenn der Schnupfen länger anhält, können sich auf der bereits geschädigten Schleimhaut Bakterien einnisten. Das Nasensekret färbt sich bei bakteriellen Infektionen gelbgrün.

Hilfe aus der Apotheke

Eine spezielle Therapie gegen Schnupfenviren gibt es nicht, man kann nur die Symptome bekämpfen. Bei verstopfter Nase erleichtern abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays die Atmung. Sie verbessern den Sekretabfluss und die Belüftung der Nasengänge. Allerdings sollten sie nicht länger als eine Woche genommen werden. Bei längerer Anwendung kann ein Gewöhnungseffekt auftreten. Säuglinge bis 6 Monate sollten wegen möglicher Nebenwirkungen nur nach ärztlicher Anweisung mit abschwellenden Nasentropfen behandelt werden.

Bei trockener, entzündeter Nase helfen Tropfen oder Sprays, die Mineral- oder Meersalze enthalten. Sie befeuchten die Schleimhäute und lösen gleichzeitig Krusten. Ideal auch für Säuglinge. Kombinationen mit Dexpanthenol sind angezeigt bei wunder Nase.

Einreibungen mit ätherischen Ölen (Erkältungsbalsam) wirken entzündungshemmend und verbessern die Nasenatmung. Erkältungsbalsam kann auch in heißes Wasser als Inhalationsmittel gegeben werden. Weiter zur Inhalation gut geeignet sind pflanzliche Mittel, die z.B. Kamillenblüten oder Kamillenblütenextrakte enthalten.

Info
Ein bewährtes Hausmittel ist das Freischnäuzen der Nase mit Salzspülungen. Hierfür gibt es Mineralsalze, die in Beuteln vorportioniert sind (Emser Salz®). Ziehen Sie die Lösung jeweils in ein Nasenloch ein, während Sie das andere zuhalten. Dann mit einem kräftigen Schnäuzen durch die Nase ausfließen lassen.

Wann zum Arzt?

Die Nasennebenhöhlen stehen mit dem Naseninnern in Verbindung. Normalerweise schützt eine Schleimhaut, die Nase und Nebenhöhlen auskleidet, den Organismus vor Fremdkörpern und Infekten. Mit Hilfe von Flimmerhärchen filtert sie Staub und Schmutzpartikel bis zu einer bestimmten Größe ab. Gleichzeitig sorgen die Flimmerhärchen für den Abtransport von Nasenschleim zum Rachen. Damit Krankheitserreger gar nicht erst eindringen können, sitzen in der Schleimhaut zahlreiche Abwehrzellen. Wird die Schleimhaut jedoch durch Viren geschädigt, kann diese wichtige Abwehrfunktion gestört sein. Die Bakterien nisten sich dann in der Schleimhaut ein und dringen bis zu den Nasennebenhöhlen vor. Eine häufige Komplikation bei Schnupfen ist deshalb die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- der Schnupfen länger als eine Woche anhält
- Fieber auftritt
- starke Kopfschmerzen und eine auffällige Sekretbildung (Blut, Eiter, grünliche Verfärbung des Nasenschleims) den Schnupfen begleiten
- Schmerzen an Stirn und im Wangenbereich auftreten, besonders beim Bücken (Verdacht auf Nasennebenhöhlenentzündung).

Was Sie beachten sollten
Abschwellende Nasentropfen nur kurzfristig anwenden!
Abschwellende Nasentropfen eignen sich nur zum kurzfristigen Gebrauch. Sie sollten nicht länger als eine Woche angewandt werden, der Körper könnte sich sonst an ihren Gebrauch gewöhnen. Der natürliche Mechanismus, der ein Abschwellen der Schleimhäute bewirkt, bleibt aus und die Schleimhäute sind dauerhaft geschwollen. Der Patient ist auf den ständigen Gebrauch von Nasentropfen angewiesen, um frei atmen zu können. Fachleute bezeichnen dies als Arzneimittelschnupfen.

Tipp
Ihr Apotheker kann Sie bei der Entwöhnung unterstützen. Er stellt für Sie ein Spezialgemisch aus den gewohnten Nasentropfen und isotonischer Kochsalzlösung her. Der Anteil Ihrer Nasentropfen wird dabei von Woche zu Woche reduziert.

Erhöhter Flüssigkeitsbedarf
Wichtig bei Schnupfen ist es, die Schleimhäute feucht zu halten. Trinken Sie deshalb mindestens 2 -3 Liter Flüssigkeit pro Tag Am besten eignen sich Wasser und Fruchtsaftschorle. Meiden Sie trockene oder verrauchte Räume. Wenn Sie ein flaches Gefäß mit Wasser füllen, können Sie die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer erhöhen. Den gleichen Effekt erreichen Sie, wenn Sie feuchte Tücher aufhängen.

Erkältungstees bei Schnupfen
Erkältungstees wirken entzündungshemmend und helfen gleichzeitig, die Flüssigkeitszufuhr zu steigern. Achten Sie auf die richtige Dosierung! Lassen Sie den Tee ausreichend lange ziehen. Bei den meisten Produkten wird empfohlen, maximal 3 bis 5 Tassen am Tag zu trinken (höchstens 4 Wochen lang). Schwangere sollten Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Für Kinder und Kleinkinder gibt es spezielle Kindertees. Bevorzugen Sie zuckerfreie Produkte (Kariesgefahr).
Pfefferminz- und Eukalyptusöl für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich!

Bestimmte Erkältungssalben dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich von Hals und Gesicht (insbesondere der Nase) aufgetragen werden. Wirkstoffe wie Campher, Cineol (in Eukalyptusöl) und Menthol (in Pfefferminzöl) können bei den ganz Kleinen zu Atemnot führen. Verwenden Sie für Kinder unter zwei Jahren säuglings- und kleinkindgerechte Zubereitungen. Auf diesen Produkte finden Sie oft den Hinweis: "Säuglingsgerecht, enthält kein Menthol". Trotzdem steht auch bei diesen Produkten im Beipackzettel: "Nicht in der Nähe von Hals und Gesicht auftragen!"


Abschwellende Tropfen/Sprays
Unter dem Einfluss abschwellender Medikamente ziehen sich die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut zusammen. Die Schleimhautschwellung geht zurück und man kann wieder frei atmen. Schleimhautabschwellende Medikamente sollten nicht länger als eine Woche angewendet werden, ausgenommen der Arzt hat dies ausdrücklich verordnet. Achten Sie auf eine altersgerechte Dosierung. Bei Säuglingen und Kleinkindern dürfen nur niedrig dosierte Produkte zur Anwendung kommen. Halten Sie sich an die empfohlenen Dosierungsvorschläge.

Salzlösungen
Salzhaltige Lösungen befeuchten die Nasenschleimhäute und erleichtern so die Atmung. Sie sind gut verträglich und können auch vorbeugend gegeben werden. Bei gleichzeitiger Anwendung weiterer Arzneimittel in der Nase muss die Salzlösung zuerst verabreicht werden. Zusätze wie Dexpanthenol unterstützen die Wundheilung.
Tipp:
Nasentropfen oder Sprays dürfen nicht von mehreren Personen gleichzeitig angewandt werden (Übertragung von Krankheitserregern). Beschriften Sie die Fläschchen mit Namen und Datum des Anbruchs. Geöffnete Nasentropfen oder -sprays sind nur begrenzt haltbar! Beachten Sie die Angaben im Beipackzettel.

Pflanzliche Mittel
Ätherische Öle, wirken entzündungshemmend und verbessern die Nasenatmung. Sie sind als Wirkstoffe in verschiedenen Zubereitungen enthalten.
Erkältungsbalsame: Sie enthalten ätherischer Öle, die über die Haut in die unteren Atemwege eindringen. Gleichzeitig verdampfen die leicht flüchtigen ätherischen Öle auf der warmen Haut. Die Dämpfe steigen auf und werden eingeatmet. Durch diesen Inhalationseffekt gelangen die Wirkstoffe direkt in den Bronchialtrakt. Ähnlich wirken auch Erkältungsbäder.
Inhalationsmittel: Als Inhalationsmittel kommen beispielsweise Erkältungsbalsam, Auszüge ätherischer Öle oder Mineralsalze zum Einsatz. Sie werden in heißes Wasser gegeben, der aufsteigende Dampf wird inhaliert. Man kann einen Inhalator oder ein offenes Gefäß dafür verwenden. Inhalationen eignen sich zur Behandlung von allen Atemwegsinfekten.
Umckaloabo® Tropfen wirken schleimlösend und antibakteriell. Die darin enthaltenen Wirkstoffe überziehen die Schleimhautzellen mit einer Art Schutzfilm und verhindern, dass sich Bakterien einnisten. Viren werden auf die gleiche Art abgewehrt. Da die Wirkstoffe der afrikanischen Geranienart zusätzlich die körpereigenen Immunzellen mobilisieren, haben selbst bereits eingenistete Viren und Bakterien wenig Chancen, sich auszubreiten. Umckaloabo® Tropfen werden bei Atemwegsinfekten im Allgemeinen empfohlen. Sie können auch vorbeugend eingesetzt werden. So kann man durch die Einnahme bei Schnupfen einer Nasennebenhöhlenentzündung entgegenwirken.


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