Wechseljahresbeschwerden

Vor dem endgültigen Aussetzen findet die Menstruation meistens nur noch unregelmäßig statt. Die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone in den Eierstöcken lässt allmählich nach und das hormonelle Gleichgewicht verschiebt sich. Durch diesen Wechsel werden körperliche und psychische Veränderungen ausgelöst. Die damit verbundenen Beschwerden fallen individuell verschieden aus.
Ursachen und Beschwerden

Mit Einsetzen des Klimakteriums (Wechseljahre) werden in den Eierstöcken weniger Östrogene und Gestagene gebildet. Störungen der Monatsblutung machen sich bemerkbar, sie tritt z.B. seltener und weniger stark auf. Die verringerte Östrogenproduktion führt schließlich zum Ausbleiben der Regel. 12 Monate nach der letzten Regelblutung kann man sicher sein, dass keine weiteren Eisprünge mehr stattfinden. Man bezeichnet die letzte Regelblutung als Menopause. Das Durchschnittsalter dafür liegt bei 51 Jahren. Die Auswirkungen der Wechseljahre sind an einen relativen Östrogenmangel gekoppelt. Jede Frau reagiert anders darauf: Etwa ein Drittel der Betroffenen findet die Veränderungen nicht belastend, ein Drittel der Frauen fühlt sich leicht bis mittelschwer beeinträchtigt, und ein Drittel leidet unter mittleren bis starken Beschwerden. Dabei unterscheidet man Auswirkung auf den Körper und die Psyche.

Mögliche Symptome vor der letzten Monatsblutung:
- schwache Regelblutungen (Hypomenorrhoe)
- starke Regelblutungen (Hypermenorrhoe)
- verlängerte Menstruation (Menorrhagie)
- Schmierblutungen vor und nach der eigentlichen Menstruation
- verkürzte Zyklen unter 25 Tagen (Polymenorrhoe)
- verlängerte Zyklen über 35 Tage (Oligomenorrhoe)
- Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö).

Mögliche körperliche Beschwerden/Veränderungen in den Wechseljahren:
- Zyklusstörungen, unregelmäßige Blutungen
- Schweißausbrüche, Hitzewallungen
- Schwindel
- Schlafstörungen (meistens aufgrund von Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen)
- Kopfschmerzen, oft migräneartig
- Herzklopfen (Herzjagen)
- Blasenschwäche (Harninkontinenz)
- Gewichtszunahme, Fettumverteilung
- Veränderungen an Haut und Haaren (Verlust an Elastizität, Haut und Haare werden dünn und trocken)
Verringerte Durchblutung und Durchfeuchtung der Schleimhäute (trockene Scheide, trockene Augen, empfindliche Mundschleimhaut)
Haarwuchs im Gesicht (Kinn, Oberlippe)
Veränderungen im Knochenstoffwechsel (das Osteoporoserisiko steigt).

Mögliche Beeinträchtigungen der Psyche in den Wechseljahren:
-
depressive Verstimmungen
- Reizbarkeit und Aggressionen
- labile Stimmungslage
- nervöse Erschöpfung.

Hilfe aus der Apotheke

Viele Beschwerden der Wechseljahre können mit pflanzlichen Mitteln behandelt werden. Bei unregelmäßigen Zyklen hat sich die Anwendung von Keuschlamm (Mönchspfeffer, Vitex Agnus Castus) bewährt. Diese Arzneipflanze wirkt ausgleichend auf den weiblichen Hormonhaushalt und wird auch beim Prämenstruellen Syndrom eingesetzt. Es gibt entsprechende Tabletten, Kapseln oder Tropfen.
Bei depressiven Verstimmungen, Angst und nervöser Unruhe helfen Johanniskrautpräparate. Die Extrakte dieser Arzneipflanze wirken antriebssteigernd, stimmungsaufhellend und stabilisierend. Die Wirkung ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Es kann allerdings 2 - 4 Wochen dauern, bis die Wirkstoffe der Arzneipflanze ihre volle Wirkung entfalten.
Die Extrakte der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) enthalten Stoffe mit östrogenartiger Wirkung. Anwendungsgebiete sind Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Nervosität, depressive Verstimmungszustände bei nachlassender Eierstocksfunktion, prämenstruelle Beschwerden und schmerzhafte Regelblutungen. Es gibt wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit bei Wechseljahresbeschwerden belegen. So konnte ein große, multizentrische Verlaufsstudie der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg zeigen: Bei 70 bis 80 Prozent von über 600 untersuchten Frauen trat nach Einnahme von Cimicifuga-Extrakten eine deutliche Besserung beziehungsweise ein völliges Verschwinden der klimakterischen Symptome ein (Quelle: Sexualmedizin 3/1999).
Pflanzenkombinationen aus Johanniskraut und Traubensilberkerze eignen sich für Frauen mit überwiegend psychischen Beeinträchtigungen während der Wechseljahre.

Wann zum Arzt?

Jede Frau reagiert anders in den Wechseljahren. Deshalb sollten Sie individuell entscheiden, wann Sie ärztlichen Rat und Hilfe brauchen. Dies gilt nicht nur für körperliche, sondern auch für psychische Beschwerden.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- Sie mit den Veränderungen im Körper nicht zurecht kommen
- nach langer blutungsfreier Zeit erneut Blutungen auftreten
- die Monatsblutung ungewohnt schmerzhaft oder stark ausfällt
- Sie unter 45 Jahre sind und erste Wechseljahrsbeschwerden auftreten (vorzeitiges Eintreten der Wechseljahre bedarf der Abklärung durch den Arzt).

Was Sie beachten sollten

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Nebenwirkungen
Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen). Das gilt auch für pflanzliche Arzneimittel. Angaben zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen berät Sie Ihre Apotheke gerne. Beachten Sie die Dosierungsanleitung der einzelnen Produkte.

Pflanzliche Mittel
Bei Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Nervosität oder depressiven Verstimmungszuständen helfen Extrakte der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa). Sie üben eine regulierende Wirkung auf den Hormonstoffwechsel der Frau aus. Voraussetzung dafür ist allerdings die regelmäßige Einnahme, möglichst zur gleichen Tageszeit. Beachten Sie die Dosierungsempfehlungen im Beipackzettel.
Eine Kombination mit Johanniskraut wird empfohlen, wenn durch die Hormonumstellung die Psyche stark beeinträchtigt wird. Die betroffenen Frauen leiden verstärkt unter Symptomen wie Traurigkeit, Reizbarkeit, depressiver Verstimmung oder nervöser Unruhe.
Wichtiger Hinweis:
Es kann einige Zeit dauern bis die Pflanzenextrakte ihre volle Wirksamkeit im Körper entfalten. Dies trifft für Auszüge Traubensilberkerze und für Kombinationen mit Johanniskraut zu. Bei den meisten Frauen kommt es nach 2-4 Wochen zu einer Besserung der Beschwerden. Bei längerer Einnahme können sich noch mehr Behandlungserfolge einstellen.

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