Hühneraugen und Warzen

Hühneraugen entstehen meistens an den Zehen durch Druckstellen in zu engen Schuhen. Warzen dagegen werden mit Ausnahme von Alterswarzen durch Viren ausgelöst. Einige Warzenarten sind mit Beschwerden verbunden, andere werden nur als kosmetisches Problem wahrgenommen.
Ursachen und Beschwerden

Hühneraugen
Hühneraugen entstehen durch Druckstellen an den Füßen. Zunächst versucht sich die Haut gegen den Druck zu schützen und bildet eine Hornhautschicht. Eine Wölbung entsteht. Die Hornhautschwielen haben meist einen Durchmesser von etwa 3-5 mm. Hält der Druck an, so wächst die Hornhaut dornförmig nach innen, teilweise recht tief. Dementsprechend entstehen bei jedem erneuten Druck auf die verletzte Stelle starke Schmerzen. Früher vermutete man, dass die erbsengroßen Schwielen durch Hühner übertragen werden. Man verbot den Kindern das Barfußlaufen im Sand, wenn Hühner in der Nähe waren. Die Wissenschaftler haben diesen Volksglauben jedoch längst widerlegt.

Warzen
Abgesehen von Alterswarzen werden alle anderen Warzen durch Viren verursacht. Nach der Infektion kann es Wochen bis Monate dauern, bis die Hautveränderungen sichtbar werden. Warzen entwickeln sich an der Stelle, an welcher der Erreger in die Haut eingedrungen ist. Häufiger Auslöser ist das Papillomvirus, von dem man verschiedene Untertypen kennt. So gibt es auch unterschiedliche Arten von Warzen. Die Viren befinden sich in den Zellen der Warzen. Sie werden von Mensch zu Mensch durch Berühren der Warze oder auch durch indirekten Kontakt mit Hautschuppen (Barfußgehen) übertragen. Im Schwimmbad, in der Sauna oder in Turnhallen ist die Ansteckungsgefahr besonders groß. Auch über Handtücher kann man sich anstecken. Durch kleine Verletzungen und Risse dringen die Viren in die Haut ihrer Opfer ein. In Folge der Infektion entwickeln sich gutartige Hautwucherungen, dabei sind Hornschicht und Oberhaut verdickt. Die Art der Beschwerden (Schmerzen, Juckreiz) hängt vom Warzentyp und vom Ort des Befalls ab.

Man unterscheidet folgende Warzenarten:

Flache, jugendliche Warzen
Die flachen, stecknadelkopfgroßen Warzen haben eine glatte Oberfläche. Die Farbe ist meist weiß bis hellbraun oder fleischfarben. Häufig findet man diesen Warzentyp bei Kindern und Jugendlichen. Sie treten bevorzugt an Händen, Gesicht und Hals auf. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Dieser Warzentyp kann Juckreiz verursachen.

Vulgäre (gewöhnliche) Warze
Die vulgäre Warze kann flach oder kugelig sein und Erbsengröße erreichen. Sie fühlt sich hart und trocken an. Die Oberfläche ist zerklüftet und stark verhornt. Die fleischfarben bis braun gefärbten Warzen treten bevorzugt beetartig an Händen, Gesicht und Knie auf. Es können aber auch andere Körperstellen befallen werden. Kinder und Jugendliche sind besonders häufig betroffen.

Dornwarzen (Fußsohlenwarze)
Eine Dornwarze erkennt man an umschriebenen Verhornungen mit bräunlichen oder schwarzen Punkten an der Fußsohle. Sie wachsen dornenartig in die Tiefe, wodurch beim Gehen und Laufen heftige Schmerzen entstehen können. Der Dorn drückt dabei auf Nervenfasern, die Schmerzimpulse aussenden. Überall, wo Menschen barfuss laufen, ist die Ansteckungsgefahr besonders groß. Tragen Sie in Schwimmbädern, Saunen oder Turnhallen deshalb besser Bade- bzw. Turnschuhe.

Dellwarzen
Diese Warzen zeigen sich als kleine hellrote, perlähnliche Knötchen auf der Haut. Sie können erbsengroß werden und breiten sich an Gesicht (Lidern), Rumpf, Armen und Beinen aus. Manchmal sind sie, wie der Name sagt, in der Mitte eingedellt. Sie werden durch einen Virus aus der Familie der Pockenviren verursacht. Der Übertragungsweg erfolgt durch direkten Körperkontakt. In seltenen Fällen kann man sich auch durch indirekten Kontakt (Benutzen eines gemeinsamen Handtuches) anstecken. Etwa 2-8 Wochen nach Ansteckung werden die Warzen sichtbar. Häufig sind Kinder mit sehr trockener Haut (Neurodermitis) betroffen. Bei Erwachsenen können Dellwarzen bei bestehender Immunschwäche vorkommen.

Feigwarzen (Feuchtwarzen)
Feigwarzen treten häufig in Hautfalten oder im Bereich von Schleimhäuten auf. Sie lieben feucht-warmes Milieu. Oft ist der Genitalbereich oder der After betroffen. Aus stecknadelkopfgroßen Knötchen entwickeln sich blumenkohl- und hahnenkammartige Wucherungen und rosafarbene Warzenflächen entstehen. Haut- bzw. Schleimhautinfektionen durch Bakterien und Pilze fördern das Wachstum. Manchmal kommt es zu Juckreiz, häufig verursachen Feigwarzen jedoch keine Beschwerden und bleiben unbemerkt. Wenn sie entdeckt werden (meist bei Routineuntersuchungen), müssen sie vom Arzt behandelt werden. Warzenbefall am Gebärmutterhals kann Gebärmutterhalskrebs begünstigen. Da Feigwarzen durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, muss auch der Sexualpartner mitbehandelt werden. Durch Kondome kann man die Ansteckungsgefahr verringern. Feigwarzen im Genitalbereich bei kleinen Kindern sind möglicherweise ein Hinweis auf sexuellen Missbrauch.

Alterswarzen
Alterwarzen sind anfangs flach erhabene, meist bräunliche oder grauschwarz gefärbte Hautverdickungen mit zerklüfteter Oberfläche. Sie können Erbsengröße erreichen, gelegentlich sogar noch größer werden und fühlen sich fettig an. Die Ursache für ihre Entstehung ist unbekannt. Häufig treten sie ab dem 5. Lebensjahrzehnt in großer Zahl auf, meist am Oberkörper, den Armen und im Gesicht, gelegentlich auch am Hals und den Beinen. Alterswarzen lösen in der Regel keine Beschwerden aus. Gelegentlich kommt es zu leichtem Juckreiz. Aus kosmetischen Gründen können sie für die Betroffenen sehr belastend werden. Der Arzt kann sie leicht chirurgisch entfernen (Abtragung mit einem scharfen Löffel). Eine Selbstbehandlung ist nicht möglich.

Die Entstehung von Warzen wird begünstigt durch:
- schlecht durchblutete, kalte Hände und Füße
- verletzte oder mit Wasser aufgeweichte Haut (z.B. nach Schwimmbad)
- Menschen, deren Immunschutz nicht vollständig aufgebaut ist (Kinder, Jugendliche)
- Personen mit sehr trockener Haut, mit Neigung zu Ekzemen oder mit Neurodermitis: durch Kratzen bei starkem Juckreiz entstehen Verletzungen in der Haut; die Infektionsgefahr steigt. Bestehende Warzen werden durch Kratzen über den ganzen Körper verteilt.
- Immungeschwächte Personen, zum Beispiel HIV-Infizierte, Krebs-Patienten, Diabetiker, Raucher und ältere Menschen.

Hilfe aus der Apotheke

Hühneraugen kann man am besten durch bequeme Schuhe mit nicht allzu hohem Absatz vorbeugen. In hochhackigen Schuhen rutschen die Zehen zu weit nach vorne, wodurch Druckstellen entstehen. Durchblutungsfördernde Maßnahmen (Kneipp-Anwendungen, durchblutungsfördernde Einreibungen) und feuchtigkeitsspendende Fußcremes bzw. -salben schützen außerdem vor Hornhautschwielen. Wenn es doch zum Hühnerauge kommt, helfen Hornhaut-erweichende Lösungen, Salben oder Pflaster aus der Apotheke. Hierfür werden Wirkstoffe wie Salicylsäure, Milchsäure oder Essigsäure eingesetzt. Sie bewirken eine Abtragung der Hornhaut. Manche Zubereitungen enthalten zusätzlich den Wirkstoff Polidocanol. Dieser Arzneistoff wirkt gegen Schmerzen und Juckreiz.

Tipp:
Während des Abheilungsprozesses von Hühneraugen oder auch vorbeugend schützen Druckschutzpflaster das gefährdete Gewebe. Die Schaumstoffringe werden einfach auf die vermeintliche Druckstelle geklebt.

Bei der Entfernung von Warzen wird ebenfalls die verdickte Hornhaut bekämpft. So kommen auch hier die beschriebenen, abschälenden Mittel mit Wirkstoffen wie Salicylsäure (teilweise kombiniert mit Polidocanlol), Milchsäure oder Essigsäure zum Einsatz. Sie eignen sich zur Behandlung von flachen jugendlichen oder vulgären (gewöhnlichen) Warzen. Alle anderen Warzenarten müssen in der Regel durch den Arzt (chirurgische Maßnahmen, Lasertherapie oder Vereisung) behandelt werden.

Bei einigen Warzen kann die Vereisungsmethode auch zu Hause angewandt werden. Dabei wird die Warze mit Flüssigstickstoff aus der Spraydose vereist. Es bildet sich eine unsichtbare Blase unter der Warze, die nach ungefähr 10 Tagen abfällt. Unter dem Bläschen hat sich in der Zwischenzeit eine neue Haut gebildet. Diese Methode ist nicht geeignet bei Muttermalen, auf empfindlicher Haut, im Genitalbereich, auf entzündeter Haut oder bei Kindern unter 4 Jahren.

Tipp:
Schützen Sie das umliegende gesunde Gewebe vor dem Auftragen der ätzenden, hornhautlösenden Mittel mit Vaseline oder Zinkpaste. So beugen Sie unerwünschten Hautverletzungen vor.

Da durch hornhautlösende Mittel die "Warzenviren" nicht bekämpft werden, kann die Behandlung von Warzen längere Zeit in Anspruch nehmen.
Allgemein gilt: hornhauterweichende oder ätzende Mittel dürfen nicht im Gesicht oder in der Nähe von Schleimhäuten aufgetragen werden.
Warzen können auch homöopathisch mit Thuja-Extrakten behandelt werden. Die Extrakte können als Lösung auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Je nach Beschwerdebild werden sie auch innerlich angewandt. Häufig kommen D6-, D12- oder C30- Verdünnungen zum Einsatz. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten.

Wann zum Arzt?

Wenn sich das Hühnerauge entzündet, oder Selbstbehandlung nicht hilft, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Warzen, die im Genitalbereich auftreten, gehören ebenfalls in ärztliche Obhut. Das Gleiche gilt für Warzen, die ständig verletzt werden, beispielsweise durch Reibungspunkte mit Kleidungsstücken. Neben möglichen Schmerzen besteht hier auch ein hohes Infektionsrisiko.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- die Hühneraugen besonders groß sind
- Selbstbehandlung nicht hilft
- die Hühneraugen stark schmerzen oder sich entzünden
- sie nicht sicher sind, ob sie unter Warzen oder anderen Hautveränderungen leiden
- sich sehr viele Warzen auf der Haut angesiedelt haben
- die Warzen im Genitalbereich auftreten
- die Warzen erstmals im Alter von 45 oder mehr Jahren auftreten (Ausschluss anderer Krankheiten)
- die Warze blutet oder Größe, Farbe und Form verändert.

Was Sie beachten sollten

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen). Auch Mittel zum Einreiben können Wechselwirkungen zeigen. Zubereitungen, die gegen Hühneraugen und Warzen wirksam sind, werden im Allgemeinen gut vertragen. Sie dürfen allerdings nicht im Gesicht angewandt werden oder mit Schleimhäuten (Auge, Genitalbereich) in Berührung kommen. Hinweise zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen berät Sie Ihre Apotheke gerne.

Auftragen von abschälenden Mitteln
Abschälende Mittel lösen die Hornhaut. Beim Auftragen besteht die Gefahr, dass die benachbarte Haut verletzt wird. Decken Sie das gesunde Hautgewebe, das die Druckstelle oder Warze umgibt, deshalb vorsichtshalber mit Zinkpaste oder Vaseline ab.

Anwendung von hornhautlösenden Pflastern
Die mit dem Wirkstoff getränkten Pflaster werden direkt auf die Druckstelle geklebt. Sie enthalten Salicylsäure oder Kombinationen mit Salicylsäure. Nach 2 Tagen muss das Pflaster erneuert werden. Nach vier Tagen lässt sich das so erweichte Hühnerauge nach einem Fußbad leicht entfernen. Kinder sollten nicht mehrere Pflaster gleichzeitig benutzen. Es kann sonst zu unerwünschten Wirkungen kommen.

Mittel mit Salicylsäure nicht überdosieren
Abschälende Mittel mit Salicylsäure werden bei richtiger Dosierung normalerweise gut vertragen. Sie eignen sich jedoch nicht zur großflächigen Langzeitbehandlung der Haut. Insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren, Stillenden oder Personen mit Nierenerkrankungen kann dies zu gesundheitlichen Problemen führen. Die Salze der Salicylsäure können in großem Umfang über die Haut in den Organismus aufgenommen werden und dort unerwünschte Wirkungen verursachen. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente besteht außerdem die Gefahr von Wechselwirkungen. So kann beispielsweise bei Typ2-Diabetikern die Wirkung von blutzuckersenkenden Medikamenten mit Sulfonylharnstoff verstärkt werden. Es besteht die Gefahr einer Unterzuckerung.


Hornhautlösende Mittel
Salicylsäure gibt es als Salbe, Lösung oder Pflaster. Der Wirkstoff wird allein oder in Kombination mit Milch- und Essigsäure eingesetzt. Alle drei Stoffe wirken hornhautlösend. Je nach Produktzusammensetzung eignen sich die Mittel zur Therapie von Hühneraugen, Hornhautschwielen oder Warzen. Ein Zusatz von Polidocanol hemmt Schmerzen und Juckreiz. Polidocanol wirkt örtlich betäubend. Häufig wird auch die Vereisungsmethode angewandt. Hier wird die Warze mit Flüssigstickstoff aus der Spraydose vereist. Es bildet sich eine unsichtbare Blase unter der Warze, die nach ungefähr 10 Tagen abfällt.


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