Sonnenbrand

Ein Sonnenbrand ist eine akute Entzündung der Haut. Er entsteht durch ein Übermaß an UV-Strahlen. Wie hoch die noch verträgliche Dosis ist, ist individuell verschieden. Hellhäutige Menschen mit blondem oder rötlichem Haar und Sommersprossen sind beispielsweise besonders stark gefährdet. Sie haben bei mittlerer Sonnenintensität eine natürliche Eigenschutzzeit von max. 5-10 Minuten. Durch Sonnenschutzmittel kann sie verlängert werden.
Ursachen und Beschwerden

Bei einem Sonnenbrand rötet sich die Haut aufgrund einer akuten Entzündung, vornehmlich durch UVB-Strahlen. Es entsteht ein unangenehmes Spannungsgefühl. Je nach Ausmaß der Verbrennung kommt es auch zu Schmerzen, insbesondere bei Berührung. Jede Berührung mit der verbrannten Haut wird zur Tortur. Selbst der Kontakt mit Kleidungsstücken kann unerträglich werden. Bei schweren Verbrennungen schwillt das Gewebe an und es bilden sich Blasen. Wenn der Sonnenbrand abheilt, schuppt sich die Haut und es kann zu Juckreiz kommen. Die darunter liegende Haut ist dünn und sehr empfindlich.

Typische Ursachen sind:
- zu lange Sonnenbäder
- Unterschätzung der Sonneneinstrahlung an bewölkten Tagen
- Verwendung von Sonnencreme mit zu niedrigem Lichtschutzfaktor.

Die Dosis macht das Gift
Die Haut kennt eine Reihe von Schutz- und Reparaturmechanismen. So können UV-Strahlen in kleinen Mengen keinen Schaden anrichten. Wenn sie auf die Haut treffen, reagiert der Körper mit der Bildung von Pigmentzellen. Diese sondern Melanin (brauner Farbstoff) ab. Melanin wird in den obersten Hautschichten eingelagert. Die Haut wird braun. Der Farbstoff bindet einen Teil des gefährlichen UV-Lichtes. Durch das Sonnenlicht erhöht sich gleichzeitig die Zellteilungsrate in der Haut. Die Hornschicht in der Oberhaut wird dicker und es entsteht eine Lichtschwiele. Sie fängt ebenfalls UV-Strahlen ab. Experten haben berechnet, dass dadurch ein Sonnenschutzfaktor von 3-4 erreicht wird. Die Betroffenen können dann 3-4 Mal länger in der Sonne bleiben, bevor es zu schädigenden Einflüssen kommt. Wenn der natürliche Eigenschutz jedoch überstrapaziert wird, dringen die UV-Strahlen in die tieferen Hautschichten ein. Dort lösen die UVB-Strahlen die Ausschüttung entzündungsfördernder Stoffe (Prostaglandine) aus. Die Haut rötet sich und schwillt an. Es kommt zu den typischen Sonnenbrandsymptomen. Zellzerstörende freie Radikale entstehen. Das Erbmaterial der Zellen kann geschädigt werden. Mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko für Hautkrebs. Kurzwellige UVA-Strahlen verstärken diesen Effekt. UVA-Strahlen können außerdem bei empfindlichen Personen eine Sonnenallergie auslösen. Auch an diesen Prozessen sind freie Radikale beteiligt (zellzerstörende Verbindungen). Alle UV-Strahlen fördern die Hautalterung. Bei häufigem, ungeschütztem Aufenthalt in der Sonne wird die Haut früher faltig und bekommt Pigmentflecken.

Wichtig:
UVB-Strahlen sind in erster Linie für das Entstehen eines Sonnenbrandes verantwortlich. UVA-Strahlen gelten dagegen als Hauptauslöser einer Sonnenallergie. Alle UV-Strahlen können die Hautalterung beschleunigen.
Das Tückische beim Sonnenbrand ist, dass man die schädigende Wirkung der UV-Strahlen zunächst nicht bemerkt. In den meisten Fällen machen sich die Symptome erst 6 bis 24 Stunden später bemerkbar. Dann hilft nur noch, die Sonne zu meiden und mit entzündungshemmenden oder heilungsfördernden Medikamenten den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Hilfe aus der Apotheke

Sonnenbrand kann mit juckreiz- und entzündungshemmenden Gelen bzw. Cremes behandelt werden. Sie enthalten Wirkstoffe wie Hydrokortison oder Antihistaminika wie Bamipin, Dimetinden, Clemastin oder Chlorphenoxamin. Zubereitungen mit Hydrokortison lindern die entzündlichen Prozesse schnell. Der Sonnenbrand klingt rasch ab. Gleichzeitig wird der Juckreiz zurückgedrängt. Allerdings dürfen diese Mittel nicht großflächig angewandt werden. Sie eignen sich beispielsweise nicht zur Behandlung des ganzen Rückens.

Antihistaminika lindern ebenfalls die entzündlichen Prozesse und den Juckreiz in der sonnengeschädigten Haut. Als Gel angewandt kühlen sie die verbrannte Haut und wirken abschwellend. Einreibungen mit Antihistaminika dürfen nicht auf offene Wunden oder auf stark entzündete Hautpartien aufgetragen werden. Bei großflächiger Anwendung kann es zu Nebenwirkungen kommen, insbesondere bei Kindern.

Zubereitungen mit Dexpanthenol fördern die Wundheilung. Der Sonnenbrand heilt dann schneller ab. Reparaturmechanismen werden beschleunigt.

Bei stark ausgeprägten Verbrennungserscheinungen und Schmerzen können auch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden. Sie enthalten Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Naproxen oder Ibuprofen. Anschließend sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Schwere Sonnenbrände müssen vom Arzt behandelt werden.

Tipp
Bestimmte Medikamente (Antibiotika z.B. Tetracycline, Mittel gegen Diabetes, blutdrucksenkende Mittel, Rheuma-Mittel oder Psychopharmaka) können die Haut empfindlicher für Sonnenlicht machen. Durch den Aufenthalt in der Sonne kann es zu unerwünschten Hautreaktionen kommen (Rötung, Brennen, Juckreiz). Meiden Sie während der Einnahme solcher Medikamente die direkte Sonneneinstrahlung. Beachten Sie entsprechende Hinweise im Beipackzettel oder fragen Sie in Ihrer Apotheke. Dort berät man Sie ganz individuell.

Wann zum Arzt?

Wenn durch den Sonnenbrand starke Hautschäden entstanden sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- die Haut schwerwiegend geschädigt ist und z.B. Blasen wirft
- die Hautreaktionen sehr großflächig ist (> 10 % der Hautoberfläche)
- Sie starke Schmerzen haben
- Sie mit Fieber, Schüttelfrost und/oder Übelkeit reagieren (Hinweis auf Hitzschlag oder Sonnenstich)
- Kinder betroffen sind.

Was Sie beachten sollten

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen). Auch Mittel zum Einreiben zeigen Wechselwirkungen, wenn sie großflächig angewandt werden. Hinweise dazu finden Sie im Beipackzettel. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen berät Sie Ihre Apotheke gerne.


Mittel gegen Sonnenbrand
Kortisonhaltige Produkte beschleunigen die Wundheilung und lindern den Juckreiz. Entzündliche Prozesse gehen zurück. Die ohne Rezept erhältlichen Einreibungen enthalten den Wirkstoff Hydrokortison. Sie sollten 2-3 Mal täglich dünn auf die verletzte Haut aufgetragen werden. Antihistaminika wie Bamipin, Chlorphenoxamin, Clemastin oder Dimetinden zeigen ebenfalls entzündungshemmende und juckreizstillende Effekte. Die meisten Wirkstoffe werden als Gel angeboten. Sie haben den Vorteil, dass sie zusätzlich kühlen und dadurch abschwellend wirken. Reiben Sie die betroffenen Hautstellen mehrmals täglich ein.
Sowohl hydrokortison- als auch antihistaminikahaltige Produkte dürfen nicht mit den Augen oder mit Schleimhäuten (Nase, Mund) in Berührung kommen. Waschen Sie deshalb nach dem Auftragen gründlich die Hände. Beide Wirkstoffe eigenen sich nicht zur Behandlung großer Körperflächen.


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