Herz- und Kreislaufbeschwerden

Die Ursachen für Herz-Kreislaufbeschwerden sind vielfältig. Manchmal werden sie durch krankhafte Veränderungen am Herzmuskel, zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck oder Infektionskrankheiten ausgelöst. Manchmal liegt es nur an äußeren Einflüssen wie Klimaschwankungen, Nahrungsentzug (Diät) oder Stresssituationen. Für eine erfolgreiche Behandlung muss die Ursache durch einen Arzt abgeklärt werden.
Ursachen und Beschwerden

Herz-Kreislaufbeschwerden sind nicht immer mit einer Krankheit verbunden. Bei extremer Hitze, während einer Diät oder bei Schlafmangel kann es beispielsweise auch zu Schwindelgefühlen, "Schwarzsehen vor Augen" oder Herzrasen kommen. Nicht krankhaft bedingte Herz-Kreislaufbeschwerden treten in der Regel nur akut, also über einen kurzen Zeitraum auf.

Häufige Ursachen für chronische Herz- und Kreislaufbeschwerden:
- hohen Blutdruck (Hypertonie)
- niedrigen Blutdruck (Hypotonie)
- Nachlassen der Leistungsfähigkeit des Herzens (Herzmuskelschwäche, Herzinsuffizienz).

Hoher Blutdruck
Bluthochdruck ist eine weit verbreitete Erkrankung. Männer und ältere Menschen sind häufiger betroffen als Frauen oder jüngere Menschen. Anfangs verursacht ein hoher Blutdruck keine Beschwerden. Viele Menschen wissen nicht, dass sie betroffen sind. Das kann gefährlich werden. Ein jahrelang bestehender Bluthochdruck schädigt die Blutgefäße und das Risiko für Arteriosklerose (Arterienverkalkung), Herzerkrankungen und Schlaganfall steigt.

Mögliche Beschwerden bei Bluthochdruck:
- Herzklopfen
- Schwindelgefühl
- Schweißausbrüche
- Übelkeit, Erbrechen
- Atemnot in Ruhe
- Ohrensausen und Nasenbluten
- Beklemmungsgefühle
- Druckkopfschmerz
- Sehstörungen
- Bewusstseinstrübungen.

Bei ca. 85% der Betroffenen ist die Ursache für den erhöhten Blutdruck nicht bekannt. Experten sprechen von essentieller Hypertonie. Vermutlich wirken verschiedene Faktoren zusammen.

Das Erkrankungsrisiko für hohen Blutdruck erhöht sich durch:
- Übergewicht
- hohen Salzkonsum (Über den negativen Einfluss gibt es unterschiedliche Expertenmeinungen. Nach Meinung einiger Wissenschaftler wird seine Schädlichkeit für den Blutdruck derzeit überbewertet.)
- Rauchen
- starken Alkoholgenuss
- Bewegungsmangel
- Stress
- Fettstoffwechselstörungen (z.B. erhöhter Cholesterinspiegel)
- Diabetes mellitus
- erbliche Veranlagung.

Etwa 15% der Hochdruckfälle gehen auf andere Erkrankungen oder besondere Umstände (z.B. Schwangerschaft) zurück. Diese Formen werden als sekundäre Hypertonie bezeichnet. Ein Teil dieser Ursachen kann wirkungsvoll behandelt werden. Dann normalisiert sich auch der Bluthochdruck.

Mögliche Ursachen für hohen Blutdruck:
- Nierenerkrankungen (die Nieren sind wesentlich an der Blutdruckregulation beteiligt)
- Herzerkrankungen
- krankhafte Veränderungen an der Hauptschlagader (Aorta)
- Hormonstörungen (z.B. bei Erkrankungen der Nebennieren)
- bestimmte Medikamente (z. B. die Antibabypille oder Kortisonpräparate)
- Schwangerschaft.

Tipp:
Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck. Die Messung muss immer in Ruhe erfolgen. Ihre Apotheke bietet Ihnen Blutdruckmessungen als Service an. Sie können sich dort auch beim Kauf eines Blutdruckmessgerätes beraten lassen.
Hoher Blutdruck liegt vor, wenn bei mehreren Messungen
- der obere Wert (systolisch) größer als 140 mmHg ist
- der untere Wert größer als 90 mmHg ist.

Diese Grenzwerte gelten für Messungen beim Arzt. Für die Selbstmessung zu Hause werden bereits Werte über 135/85 mmHg als zu hoch eingestuft. Diabetikern und Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz empfehlen die Experten, Blutdruckwerte unter 130/80mmHg anzustreben. Nach den Richtlinien der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks liegt der ideale Blutdruckwert bei 120/80 mmHg.
Tipp: Hoher Blutdruck und Herzschwäche müssen primär durch einen Arzt behandelt werden. Informieren Sie immer Ihren Arzt, wenn Sie neben den von ihm verordneten Herzmedikamenten zusätzliche Mittel anwenden.

Niedriger Blutdruck
Beim niedrigen Blutdruck liegen die Werte dauerhaft unter dem Normbereich. Die Ursache dafür ist häufig unbekannt. Große, schlanke Menschen sind oft betroffen. Zu Beschwerden kommt es vor allem beim Wechsel vom Sitzen oder Liegen zum Stehen. Im Gegensatz zum hohen Blutdruck entstehen beim niedrigen Blutdruck in der Regel keine schwerwiegenden Folgeerkrankungen. Niedriger Blutdruck wirkt sich eher positiv auf die Lebenserwartung aus.

Mögliche Beschwerden bei niedrigem Blutdruck:
- Schwindel
- "Schwarzsehen vor Augen"
- Müdigkeit
- Konzentrations- und Leistungsschwäche
- Kältegefühl in Händen und Füßen
- Wetterfühligkeit
- Herzklopfen, schneller Puls
- Ohrensausen
- Schweißausbrüche.

Mögliche Ursachen für niedrigen Blutdruck:
- Veranlagung
- innere Erkrankungen (z. B. des Herzens, des Nervensystems, des Hormonsystems)
- Infektionskrankheiten
- starke Blutverluste (z.B. sehr starke Menstruationsblutung, Verletzungen)
- Salzmangel oder Flüssigkeitsverlust (z. B. durch Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall)
- Nebenwirkung bestimmter Medikamente (z. B. gegen erhöhten Blutdruck)
- Schwangerschaft
- hoher Alkoholkonsum, starkes Rauchen.

Nachlassen der Leistungsfähigkeit des Herzens (Herzmuskelschwäche, Herzinsuffizienz)
Bei einer Herzschwäche nimmt die Pumpleistung des Herzens ab. Die Sauerstoffversorgung findet nicht mehr in vollem Umfang statt. Das Blut staut sich in den Gefäßen. Es kommt zu Flüssigkeitsansammlungen im umliegenden Gewebe. Man unterscheidet zwischen links- und rechtsseitiger Herzschwäche.

Linksherzinsuffizienz: Bei einer linksseitigen Herzschwäche staut sich Blut und Flüssigkeit in der Lunge. Dadurch kommt es zu Atemnot. Die Symptome treten anfangs nur bei körperlicher Anstrengung, später auch im Ruhezustand auf. Organe, Muskeln und Gewebe bekommen zu wenig Sauerstoff. Eine allgemeine Leistungsminderung ist die Folge.

Rechtsherzinsuffizienz: Bei einer rechtsseitigen Herzschwäche staut sich das Blut in den Venen. Die Blutgefäße halten dem zunehmenden Druck nicht mehr stand. Es kommt zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme, Wassereinlagerungen). Die Knöchel schwellen an. Mit fortschreitender Krankheit findet man auch in den Unterschenkeln Wassereinlagerungen. Selbst Organe können beeinträchtigt werden. Durch Stauungen im Bauchraum kann sich beispielsweise die Leber oder die Milz vergrößern. Das führt zu Funktionseinschränkungen dieser Organe. Häufig wird der Gallefluss behindert. Die Betroffenen leiden unter Schmerzen im rechten oberen Bauch. Weitere Symptome sind Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Verstopfung. Die Wassereinlagerungen führen außerdem zu einer Gewichtszunahme.

Im Liegen muss das Herz weniger arbeiten. Bei bestehender Herzmuskelschwäche werden nachts die Organe besser durchblutet. Das gilt auch für die Niere. Deshalb müssen die Betroffenen nachts häufig Wasser lassen. Symptome wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Schwindel, Benommenheit oder sogar Verwirrtheit entstehen durch eine verminderte Durchblutung des Gehirns.

Häufige Ursachen der Herzschwäche:
- Koronare Herzkrankheit: Ablagerungen (Verkalkungen, Verfettungen) in den Herzkranzgefäße führen zu Durchblutungsstörungen. Der Herzmuskel bekommt zu wenig Sauerstoff und arbeitet nur noch eingeschränkt. Dadurch entstehende Schmerzen im Brustbereich bzw. das Gefühl der Brustenge (Angina pectoris). Mit fortschreitender Erkrankung (zunehmende Verstopfung der Herzkranzgefäße) steigt das Risiko für Herzinfarkt.
- Bluthochdruck: andauernder Bluthochdruck führt zu einer Verdickung des Herzmuskels
- Herzmuskelerkrankungen: eine Virusinfektion kann beispielsweise zu einer Entzündung des Herzmuskels führen. Daneben kennt man auch die angeborene Herzmuskelschwäche.
- Funktionsstörungen der Herzklappen
- bestimmte Medikamente z.B. Mittel gegen hohen Blutdruck und Herzrhythmusstörungen (Betablocker, Calciumantagonisten, bestimmte Antiarrhythmika)
- hoher Alkoholkonsum.

Hoher Blutdruck und Herzschwäche müssen immer durch einen Arzt behandelt werden. Informieren Sie immer Ihren Arzt, wenn Sie neben den von ihm verordneten Herzmedikamenten zusätzliche Mittel anwenden.

Hilfe aus der Apotheke

Die Beschwerden bei niedrigem Blutdruck können durch allgemeine Maßnahmen wie Sport und Wechselduschen verbessert werden. Bei akuten Beschwerden können vorübergehend kreislaufanregende Mittel eingesetzt werden. Sie enthalten Wirkstoffe wie Oxilofrin oder Etilefrin. Beide Arzneistoffe bewirken eine Verengung der Blutgefäße. Dadurch steigt der Blutdruck. Es gibt Tropfen, Tabletten und Kapseln.
Weißdornextrakte (Crataegus laevigata) helfen bei allgemeinen Herz-Kreislaufbeschwerden. Sie unterstützen die Herz-Kreislauffunktion und werden bei nachlassender Leistungsfähigkeit des Herzens empfohlen.
In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass Spezialextrakte aus Weißdorn

- die Schlagkraft des Herzens verbessern
- den Blutfluss in den Herzkranzgefäßen und im Herzmuskel steigern
- den Gefäßwiderstand senken (das Blut kann dann besser fließen)
- und den Herzmuskel vor Schädigung durch Sauerstoffmangel und durch aggressive Stoffe (sog. Sauerstoff-Radikale) schützen.

Tipp:
Nicht alle Produkte wirken so. Die Wirksamkeit von Pflanzenextrakten hängt ganz entscheidend von der Qualität des verwendeten Pflanzenmaterials und der Herstellung der Präparate ab. In Ihrer Apotheke erhalten Sie Produkte mit nachgewiesener Wirkung.

Tipp: Hoher Blutdruck und Herzschwäche müssen primär durch einen Arzt behandelt werden. Informieren Sie immer Ihren Arzt, wenn Sie neben den von ihm verordneten Herzmedikamenten zusätzliche Mittel anwenden.

Wann zum Arzt?

Wenn Kreislaufbeschwerden erstmals ohne erkennbare Ursache auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Hoher Blutdruck und Herzschwäche müssen immer durch einen Arzt behandelt werden.
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn

- Symptome wie Atemnot oder Engegefühl in der Brust auftreten
- körperliche Anstrengung Schmerzen in der Brust auslöst
- Ihre Blutdruckwerte höher als 140/90mmHg liegen (in Ruhe gemessen)
- Sie durch Schwindelgefühle oder Ohrgeräusche beeinträchtigt werden
- Sie unter Herzrhythmusstörungen leiden
- Sie Flüssigkeitsansammlungen in den Füßen bemerken
- Sie sehr schnell ermüden.

Was Sie beachten sollten

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Nebenwirkungen
Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen). Mittel gegen niedrigen Blutdruck oder Herzschwäche können auch Wechselwirkungen oder unerwünschte Wirkungen zeigen. Hinweise zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen berät Sie Ihre Apotheke gerne. Beachten Sie die Dosierungsanleitung der einzelnen Produkte. Die Mittel können nur wirken, wenn Sie regelmäßig und ausreichend hoch dosiert eingenommen werden.

Mittel gegen niedrigen Blutdruck
Oxilofrin und Etilefrin wirken den typischen Symptomen des niedrigen Blutdrucks entgegen. Beschwerden wie Schwindel, unerklärbare Müdigkeit, Flimmern oder Schwarzsehen vor Augen sowie allgemeines Schwächegefühl können verbessert werden. Die Wirkstoffe sind in Form von Tropfen, Dragees, Tabletten oder Kapseln erhältlich. Sie eignen sich zur vorübergehenden Einnahme bei akuten Beschwerden. Beachten Sie vor der Einnahme die Hinweise im Beipackzettel. Bei erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom, grüner Star), vergrößerter Prostata, bei bestimmten Herzerkrankungen (koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen), bei Schilddrüsenüberfunktion oder bei bestehenden Gefäßschäden (z.B. Arterienverkalkung, Arteriosklerose) dürfen Oxilofrin und Etilefrin beispielsweise nicht eingenommen werden. Das Gleiche gilt für Schwangerschaft und Stillzeit. Es liegen keine Erfahrungen über die Behandlung von Schwangeren vor. Fraglich ist auch, ob die beschriebenen blutdrucksenkenden Arzneistoffe in die Muttermilch übergehen. Dies könnte zu unerwünschten Wirkungen beim gestillten Säugling führen.

Pflanzliche Mittel
Weißdornextrakte (Crataegus laevigata = Weißdorn) werden zur Stärkung des Herzens bei nachlassender Herzkraft empfohlen. Zur Anwendung kommen Dragees, Kapseln, Tabletten, Tropfen, Saft oder Tee. Beachten Sie die Dosierungshinweise. Nehmen Sie die Produkte regelmäßig und ausreichend hoch dosiert ein. Nur dann profitieren Sie von der Anwendung. Die Behandlung sollte mindestens über 6 Wochen durchgeführt werden. Die Dauer der Behandlung ist nicht begrenzt.
Weißdorn wird auch kombiniert mit Kampfer oder mit Magnesium und Vitamin E angeboten. Über die Wirkung von Kampfer bei Herz-Kreislaufbeschwerden stehen noch Untersuchungen aus. Vitamin E schützt die Gefäße vor aggressiven Stoffen, es wird daher auch als Arterienschutzvitamin bezeichnet. Magnesium kann bei bestehendem Magnesiummangel oder bei einem Mehrbedarf die Leistung des Herzmuskels steigern. Ob der Mineralstoff auch vorbeugend bei Herz-Kreislaufbeschwerden wirkt, ist noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht.


zurück zum Thema Herz und Kreislauf
zurück zur Hauptübersicht