Blähungen

Blähungen zählen zu den häufigsten Verdauungsbeschwerden. Sie werden als normal eingestuft, wenn schwere Kost oder blähende Speisen die Ursache sind. Manchmal stecken aber auch Krankheiten dahinter. Wenn der Bauch schmerzt und zwickt, sorgen Heilpflanzen und Entschäumer für Entlastung. Ein warmes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche lindern ebenfalls die Beschwerden.
Ursachen und Beschwerden

Blähungen entstehen durch verschluckte Luft oder durch durch Gase, die sich im Dickdarm bei der Verdauung bilden. Der Bauch ifühlt sich aufgebläht und gespannt an. Oft kommt es zu Krämpfen und kolikartigen Schmerzen. Die meisten Säuglinge leiden in den ersten Wochen unter Blähungen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Dreimonatskoliken.

Wenn Blähungen mit Verdauungsstörungen einhergehen, klagen die Betroffenen meist auch über Magendrücken und Völlegefühl. Verstopfung oder krampfartige Durchfälle können die Symptome begleiten.

Häufige Ursachen:
- blähende Speisen (z. B. Kohl, Hülsenfrüchte, frisches Brot, Zwiebeln, kohlensäurereiche Getränke)
- hastiges Essen (es wird viel Luft verschluckt)
- üppige Mahlzeiten (zu fett, zu süß)
- übermäßiger Alkohol-, Nikotin- und Kaffeegenuss
- Ernährungsumstellung, z. B. auf Vollwertkost
- Stress, Nervosität
- Reizdarm
- Magenerkrankungen
- Verdauungsstörungen (Mangel an Verdauungsenzymen, Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse, Erkrankungen der Galle, Infektionen des Magen-Darm-Traktes)
- gestörte Darmflora, z. B. nach Antibiotikabehandlung
-Flugreisen (veränderter Luftdruck, langes Sitzen).

Was Sie tun können

- Auflegen einer Wärmflasche
- Leichte Bewegung nach dem Essen
- Bei Blähungen helfen die sog. Carminativa, z.B. als Tees mit Fenchel, Kümmel, Anis oder Pfefferminze. Sie wirken entblähend und beruhigend auf Magen und Darm
- Bei Völlegefühl helfen pflanzliche Bittermittel als Tropfen wie z.B. Enzianwurzel, Tausendgüldenkraut, Angelikawurzel. Sie wirken appetitanregend und verdauungsfördernd. In vielen Präparaten und Tees sind Bittermittel und Carminativa gemischt
- Die Einnahme eines Entschäumerpräparates als Kautablette oder Suspension mit Dimeticon hilft bei Blähungen. Diese Präparate zerstören die Gasblasen im Darm
- Einnahme von Verdauungsenzymen in Tablettenform, vor allem bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (nach ärztlicher Anweisung)
- Bei krampfartigen Bauchschmerzen können spasmolytische (krampflösende) Tropfen, Tabletten oder Zäpfchen angewendet werden
- Regeneration der Darmflora mit Bakterienpräparaten

Hilfe aus der Apotheke

Bei Luftansammlungen im Magen-Darm-Trakt helfen blähungstreibende Mittel. Heilpflanzen wie Fenchel, Anis und Kümmel findet man häufig in sogenannten Magen-Darm-Tees. Die drei Heilpflanzen kommen auch bei Babys zum Einsatz, besonders in den ersten drei Monaten. Pfefferminze wirkt entkrampfend. Die Arzneipflanze eignet sich sehr gut zur Behandlung von kolikartigen Schmerzen. Bei Erwachsenen haben sich neben Tees auch pflanzliche Tropfen bewährt.

Zur Behandlung von Blähungen werden außerdem Entschäumer eingesetzt. Sie verwandeln die kleinen Luftbläschen im Darm in mehrere große Blasen. Diese lösen sich leichter auf und der Darm wird schneller entbläht. Als Wirkstoffe kommen Substanzen wie Dimeticon oder Simethicon zum Einsatz. Es gibt Kautabletten und Suspensionen, letztere können auch bei Säuglingen angewandt werden. Die darin enthaltene Sorbinsäure kann bei empfindlichen Personen vorübergehende Hautreizungen auslösen.

Wann zum Arzt?

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- Sie starke Schmerzen oder heftige Krämpfe verspüren
- die Beschwerden längere Zeit anhalten, ohne dass Sie die Ursache kennen
- bei nüchternem Magen ein Völlegefühl auftritt
- Sie appetitlos sind und immer mehr an Gewicht verlieren.

Was Sie beachten sollten

Hautreizungen durch Sorbinsäure haltige Entschäumer
Sorbinsäure wird als Konservierungsmittel - beispielsweise zum Haltbarmachen von Lebensmitteln und Medikamenten - verwendet. Auch Entschäumer-Suspensionen werden damit stabilisiert. Sehr empfindliche Menschen können auf Sorbinsäure mit Hautreizungen reagieren. In der Natur kommt sie in hohen Konzentrationen in den Früchten der Vogelbeere (Eberesche) vor.


Entschäumer
Entschäumer sorgen dafür, dass die Gase im Darm schneller abgehen. Sie verwandeln die kleinen Luftbläschen im Darm in große Blasen. Diese lösen sich leichter auf und der Darm wird dadurch schneller entbläht. Als Wirkstoffe kommen Substanzen wie Dimeticon oder Simethicon zum Einsatz. Kautabletten oder Suspensionen eignen sich auch zur Einnahme für unterwegs. Man nutzt Entschäumer nicht nur bei Blähungen, sondern auch vor diagnostischen Untersuchungen. So genannte "Gasschatten" im Röntgenbild können dadurch verringert werden.

Pflanzliche Mittel
Arzneipflanzen, die auf den Verdauungstrakt einwirken, haben eine entzündungshemmende Komponente, viele wirken auch krampflösend. Speziell bei Blähungen kommen Fenchel, Kümmel und Anis zum Einsatz. Pfefferminze wirkt kolikartigen Schmerzen entgegen. Wer keinen Tee mag, kann auf die entsprechenden Pflanzenextrakte in Tropfenform zurückgreifen. Diese enthalten allerdings Alkohol und eignen sich nicht zur Anwendung bei Kindern oder bei Menschen mit Leberfunktionsstörungen.


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