Entzündungen

Eine Mundschleimhautentzündung kann sich durch Schmerzen, Schwellungen, Rötung, Brennen, Juckreiz, Geschwüre, Zahnfleischbluten oder vermehrtem Speichelfluss äußern. Manchmal sind Beläge zu sehen und es kommt Mundgeruch hinzu. Die Entstehung einer Mundschleimhautentzündung kann durch unzureichende Mundhygiene oder auch durch eine trockene Mundschleimhaut begünstigt sein. Die Ursachen der Entzündung sind vielfältig.
Ursachen und Beschwerden

Typische Beschwerden einer Mundschleimhautentzündung (Stomatitis):
- Schmerzen in der Mundhöhle
- Schwellungen
- Rötungen
- Brennen, evtl. auch Juckreiz
- Entstehung von Schleimhautdefekten
- vermehrter Speichelfluss
- evtl. auch Mundgeruch.

Aphthen sind kleine, weiß belegte und meist sehr schmerzhafte Defekte der Mundschleimhaut. Sie sind rot umrandet und können vereinzelt oder in Gruppen auftreten.

Typische Symptome einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis):
- Schwellungen des Zahnfleisches
- Rötungen (evtl. auch bläuliche Verfärbung des Zahnfleisches)
- schmerz- und berührungsempfindliches Zahnfleisch
- erhöhte Blutungsneigung
- Rückbildung des Zahnfleisches (Zahnfleischschwund)
- Geschwüre
- Zahnfleischwucherungen
- Bildung von "Taschen" zwischen Zahnfleisch und Zahn, verursacht durch Zahnbeläge. Darin können sich Keime ansiedeln und eine Entzündung des Zahnhalteapparates (= Parodontitis) auslösen. Bei dieser Erkrankung kommt es zu Zahnfleischrückgang, Zahnhalsempfindlichkeit und Zahnlockerung durch Zerstörung des Zahnhalteapparates. Letztendlich droht der Verlust von Zähnen.

Häufige Ursachen von Entzündungen im Mundbereich:
- unzureichende Mundhygiene
- Infektionen mit Herpesviren, Bakterien oder Hefepilzen
- trockene Mundschleimhaut (häufig im Alter)
- Verletzungen (Verzehr harter, kantiger Lebensmittel, Bissverletzung beim Kauen, zu harte Zahnbürste)
- Verbrennungen oder Reizungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches (beispielsweise durch den Verzehr heißer Speisen bzw. Getränke)
- Allergien (z.B. gegen bestimmte Speisen oder Zahnprothesenmaterial)
- schlecht sitzende Prothesen oder Zahnspangen
- Vitamin A-, B- oder C-Mangel
- Eisen- oder Folsäuremangel
- geschwächter Allgemeinzustand
- Plaque, Zahnstein, Karies
- Hormonschwankungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre).

Hilfe aus der Apotheke

Sorgfältige Mundhygiene ist der beste Schutz vor Entzündungen im Mundbereich. Nicht nur die Zähne, auch die Zahnzwischenräume müssen täglich gereinigt werden. Kleinere Zahnzwischenräume können mit Zahnseide (gewachst, ungewachst, geflauscht) gesäubert werden. Bei größeren Zahnzwischenräumen zeigen Interdentalbürsten bessere Erfolge. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten.

Zahnprothesen gründlich reinigen!
Zur Reinigung von Zahnprothesen empfehlen Zahnärzte den Einsatz einer speziellen Zahnbürste (Prothesenzahnbürste) in Kombination mit Reinigungsbädern (Sprudeltabletten, Reinigungspulver).

Wichtig:
Verwenden Sie keine Zahnpasta zur Reinigung der Prothese. Die darin enthaltenen Schmirgelstoffe sind auf die Härte des Zahnschmelzes eingestellt. Sie zerstören die hochglanzpolierte Oberfläche des Zahnersatzes. Besser ist es, einen Tropfen mildes Spülmittel (kein Haushaltsreiniger) auf die Zahnbürste zu geben. Nach der Reinigung muss die Prothese gut mit Wasser abgespült werden.

Der beste Zeitpunkt für den Einsatz von desinfizierenden Reinigungsbädern ist abends vor dem Schlafen gehen. Beachten Sie dabei die Anwendungs- und Dosierungsempfehlungen. Die empfohlenen Einwirkzeiten der einzelnen Produkte können sehr unterschiedlich ausfallen. Der Verschmutzungsgrad muss dabei auch berücksichtigt werden.

Die Desinfektion der Zahnprothese kann auch mit einer Chlorhexidinlösung erfolgen. Nach gründlicher Reinigung mit der Zahnbürste wird die Prothese dann zwei- bis dreimal pro Woche für drei bis fünf Minuten in ein entsprechendes Reinigungsbad gelegt. Die gebrauchsfertigen Chlorhexidinlösungen gibt es in Ihrer Apotheke. Nach dem Desinfektionsbad wird die Zahnprothese unter fließendem Wasser gründlich abgespült und wieder eingesetzt.

Zahnprothesen müssen nach jedem Essen gründlich mit Wasser abgespült werden. Speisereste sind der ideale Nährboden für schädigende Keime.

Desinfizierende Mittel bei Entzündungen
Wenn eine Entzündung im Mundbereich vorliegt, helfen desinfizierende Mittel. Die so genannten Antiseptika machen die krankheitsauslösenden Keime (Bakterien, Pilze) unschädlich und bekämpfen dadurch die Entzündung. Es gibt beispielsweise Lösungen zum Spülen, Gele, Sprays, Pastillen, oder Lutschtabletten. Sie enthalten Wirkstoffe wie Benzalkonium oder Cetrimonium, Chlorhexidin, Cetylpyridiniumchlorid, Cresol, Dichlorbenzylalkohol oder Hexetidin. Der Wirkstoff Tyrothricin ist ein Antibiotikum, das die entzündungsauslösenden Bakterien unschädlich macht. Desinfizierende Mittel dürfen nur zeitlich begrenzt angewandt werden. Beachten Sie die Hinweise im Beipackzettel. Zusätze von Benzocain, Lidocain oder Polidocanol wirken örtlich betäubend und hemmen dadurch Schmerzen.

Einige pflanzliche Mittel wirken ebenfalls desinfizierend und hemmen Entzündungen. Auch hier gibt es zahlreiche Darreichungsformen (z.B. Salben, Gele, Sprays, Lösungen und Tinkturen). Sie enthalten beispielsweise Auszüge von Heilpflanzen wie Salbei, Kamille, Pfefferminze, Echinacea (Sonnenhut), Nelkenbaum, Myrrhenstrauch und Rhabarber. Pfefferminz- und Nelkenöl zeigen neben antiseptischen auch örtlich betäubende Effekte. Echinacea-Extrakte aktivieren das körpereigene Abwehrsystem. Myrrhentinktur und Rhabarberwurzelextrakte wirken adstringierend und schützen dadurch die Schleimhäute. Zur Herstellung von Myrrhentinktur verwendet man das Harz des Myrrhenstrauches. Es wird durch Verletzung der Zweige und Äste gewonnen. Rhabarberwurzelextrakt wird in manchen Produkten mit Salicylsäure kombiniert. Dieser Wirkstoff wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Wann zum Arzt?

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- Sie starke Schmerzen haben
- ständig wiederkehrende Entzündungen im Mundbereich auftreten
- die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht nachlassen
- die Prothese oder die Zahnspange schlecht sitzt und dadurch Entzündungen entstehen.

Was Sie beachten sollten

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Nebenwirkungen
Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen). Mittel gegen Entzündungen im Mundbereich können auch Wechsel- und Nebenwirkungen zeigen. Entsprechende Angaben zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen berät Sie Ihre Apotheke gerne. Beachten Sie die Dosierungsanleitung der einzelnen Produkte. Viele Zubereitungen dürfen nur über einen bestimmten Zeitraum bei akuten Beschwerden eingesetzt werden. Alkoholische Mittel eignen sich nicht für Säuglinge und Kleinkinder oder für Personen mit Alkoholproblemen.


Desinfizierende Mittel
Die Wirkstoffe Benzalkonium, Cetylpyridiniumchlorid, Cresol, DichlorbenzylalkoholCetrimonium, Chlorhexidin oder Hexetidin wirken antiseptisch. Zahlreiche krankmachende Erreger können damit abgetötet werden. Die entsprechenden Zubereitungen helfen bei Entzündungen in der Mundhöhle und hemmen die Plaquebildung. Deshalb kommen sie auch beispielsweise nach zahnchirurgischen Eingriffen (Zahnextraktion, Parodontalbehandlung) zur Anwendung, wenn die Zahnpflege nur eingeschränkt möglich ist. Der Arzneistoff Tyrothricin wirkt antibakteriell und hemmt dadurch entzündliche Prozesse. Durch Zusätze von örtlich betäubenden Mitteln wie Lidocain, Polidocanol oder Benzocain können Schmerzen zurückgedrängt werden. Desinfizierende und antientzündlich wirksame Mittel dürfen nur zeitlich begrenzt angewandt werden. Beachten Sie die Hinweise zur Anwendung und Dosierung. Der Wirkstoff Povidon-Jod darf nicht bei bestehender Schilddrüsenüberfunktion angewandt werden. Alkoholhaltige Mittel eignen sich nicht zur Anwendung bei Kindern, Schwangeren oder Leberkranken.

Pflanzliche Mittel
Bei Entzündungen der Mundhöhle und des Zahnfleisches oder bei Zahnfleischbluten haben sich pflanzliche Mittel bewährt. Sie enthalten als wirksame Bestandteile Auszüge von Arzneipflanzen wie Kamille (Matricaria chamomillae), Salbei (Salvia officinalis), Rhabarber (Rheum palmatum), Sonnenhut (Echinacea purpurea) oder Myrrhe (Commiphora molmol). Diese Mittel wirken antientzündlich und keimabtötend. Produkte mit ätherischen Ölen (Pfefferminzöl, Eucalyptusöl etc.) sind gleichzeitig bei Mundgeruch wirksam. Achten Sie bei allen Produkten auf die Anwendungs- und Dosierungsanleitungen. Manche Mittel können vorbeugend zum Schutz des Zahnfleisches und zur Mundpflege eingesetzt werden. Andere eignen sich nur zur Behandlung von akuten Entzündungszuständen. Bitte beachten Sie auch die Angaben zu den "Gegenanzeigen" im Beipackzettel. Einige pflanzliche Produkte dürfen beispielsweise nicht bei Kindern unter 12 Jahren, bei Schwangeren und Stillenden angewandt werden. Dies ist häufig eine Vorsichtsmaßnahme. In den meisten Fällen gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Verträglichkeit der Produkte bei diesen Personengruppen.
Wichtig: Alkoholhaltige Mittel dürfen nicht bei Kindern, Schwangeren, Stillenden und Leberkranken angewandt werden.


zurück zum Thema Mund
zurück zur Hauptübersicht