Kopfschmerzen

Fast jeder Mensch leidet ab und zu unter Kopfschmerzen. Man kann den Kopfschmerz nach der Art des Schmerzes (pochend, stechend, dumpf etc.) und nach dem Ort (Stirn, Hinterkopf, Schläfe etc.) unterscheiden. Kommen andere Beschwerden wie z.B. Schwindel, Müdigkeit, Fieber, Erkältung oder Sehstörungen hinzu, so kann dies auch einen Hinweis auf die Ursache der Kopfschmerzen geben. Frauen leiden häufiger unter Kopfschmerzen als Männer.
 Kopfschmerzen kennt jeder. Laut Statistik werden 85 Prozent aller Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen eingesetzt. Bei gelegentlich auftretenden Kopfschmerzen sind sie ein Hilferuf des Körpers. Der Organismus signalisiert: "Hier gerät etwas außer Kontrolle." Und meistens kennt man auch die Ursache. Zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol, verrauchte Luft, wenig Bewegung, Stress, Blähungen, schwere Kost - die Liste lässt sich unendlich erweitern.

Ursachen und Beschwerden

Kopfschmerzen, die man als Reaktion des Körpers auf ungewohnte oder ungesunde Lebensumstände einstufen kann, fasst man unter dem Begriff "banale Kopfschmerzen" zusammen. Sie halten einige Stunden, manchmal auch ein bis zwei Tage an.

Spannungskopfschmerz
Dieser Kopfschmerz wird hervorgerufen durch eine Verengung der Hirngefäße und anschließender Erweiterung, was dann zu den Schmerzen führt. Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzform, er tritt episodisch oder chronisch auf. Der Schmerz ist dumpf-drückend, als ob der Kopf eingepresst würde. Wenn der Spannungskopfschmerz häufiger als 180 Tage im Jahr auftritt, spricht man von einer chronischen Verlaufsform.

- Dauer der Kopfschmerzen: 30 Minuten bis 7 Tage
- Mindestens 2 der folgenden Charakteristika: Beiderseitig auftretend, Drückend, ziehend, nicht pulsierend, Leichte bis mittelschwere Schmerzintensität, Keine Zunahme bei Aktivität
- Weitgehendes Fehlen von Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit
- Ausschluss anderer Ursachen von Kopfschmerzen (Erkältung, Kopfverletzung, "Kater" etc.).

Wie der Spannungskopfschmerz entsteht, ist noch nicht genau geklärt. Einerseits scheint eine Verspannung der Muskulatur in Schulter und Nackenbereich eine Rolle zu spielen. Andererseits geht man von einer verminderten Reizschwelle bei der Schmerzverarbeitung im Gehirn aus. Schmerzen werden schneller und leichter wahrgenommen.

Häufige Auslöser:
- Belastende Wetterlage bei wetterfühligen Menschen
- Stress, Probleme oder Erholungsphasen nach Stress, z.B. Urlaubsbeginn
- Umweltbelastungen (Schadstoffe, Dämpfe, Lärm)
- Schlafmangel
- Nikotin- oder Alkoholmissbrauch
- Hormonelle Schwankungen, z.B. vor oder während der Menstruation
- Starke körperliche Anstrengung
- Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich.
- Niedriger Blutdruck
- Aufenthalt in großer Höhe

Neuralgie
Neuralgien sind Schmerzen im Ausbreitungsgebiet eines bestimmten Nerven. Die Schmerzen haben in der Regel einen intensiven reißenden und bohrenden Charakter. Im Gesichtsbereich ist die sog. Trigeminusneuralgie häufig, die wohl durch (zum Teil altersbedingte) Schädigungen des Trigeminus-Nerven verursacht wird. Dabei kommt es meist zu blitzartigen, intensivsten Schmerzattacken hauptsächlich im Ober- oder Unterkieferbereich, anfänglich immer einseitig. Nach längerer Krankheitsdauer können die Schmerzen auch länger anhalten. Oft werden die Schmerzepisoden durch Kauen oder Sprechen oder Berührung bestimmter Punkte im Gesichts- oder Mundbereich ausgelöst.

Info
Ungesunde Lebensgewohnheiten können Kopfschmerzen auslösen. An erster Stelle sind hier unregelmäßiges Essen, Reizüberflutung durch Computer oder Fernseher sowie Bewegungsmangel zu nennen. Bewegung an der frischen Luft beugt vor. Planen Sie mehr Fußwege in Ihren Alltag ein. So bewegen Sie sich automatisch an der Luft.

Weitere Ursachen für Kopfschmerzen
- Kopfverletzungen, z.B. Gehirnerschütterung.
- Erkrankungen im Kopfraum: z.B. Schlaganfall, Blutungen, Tumore, Wasserkopf, Hirn- und Hirnhautentzündung.
- Wirbelsäulenschädigungen im Halsbereich z.B. Schleudertrauma, Arthrose.
- Störungen / Erkrankungen der Augen: z.B. akuter Glaukomanfall, nicht korrigierter Sehfehler, falsche Brille, Bildschirmarbeit.
- Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich: z.B. Stirnhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung.
- Zahn- und Kiefererkrankungen.
- Allgemeinerkrankungen: z.B. Erkältung und grippale Infekte, Infektionskrankheiten, hoher Blutdruck.
- Nebenwirkung von Medikamenten / Medikamentenmissbrauch:
Die regelmäßige und langandauernde Einnahme von Schmerzmittel, die z.B. Acetysalicylsäure, Paracetamol  oder Ibuprofen enthalten, kann zu einem dumpf-drückenden Dauerkopfschmerz führen.

Hilfe aus der Apotheke

Acetylsalicylsäure (ASS) bei allen leichten bis mittelschweren Schmerzen sowie bei fieberhaften Erkrankungen. Ältere Menschen können den Arzneistoff niedriger dosieren. Wenden Sie ASS nicht an bei erhöhter Blutungsneigung, bestehenden Magen-Darm-Geschwüren, Niereninsuffizienz oder bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma. Bei Kindern und Jugendlichen kann die Einnahme von Acetylsalicylsäure zu Komplikationen führen, wenn ein Virusinfekt oder eine fiebrige Erkrankung vorliegt. Leber und Hirn können dann geschädigt werden. Experten bezeichnen dieses Phänomen als Reye-Syndrom.

Naproxen bei leichten bis mittelstarken Schmerzen. Der Arzneistoff wirkt auch fiebersenkend. Die Wirkung einer Tablette hält 8-12 Stunden an. Innerhalb von 24 Stunden dürfen maximal 3 Tabletten eingenommen werden. Ältere Menschen sollten nicht mehr als 2 Tabletten einnehmen. Wenden Sie Naproxen nicht an bei erhöhter Blutungsneigung, bestehenden Magen-Darm-Geschwüren, Niereninsuffizienz oder bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma.

Ibuprofen bei leichten bis mäßig starken Schmerzen. Ibuprofen wirkt zudem fiebersenkend. Ältere Menschen erzielen mit niedrigeren Dosierungen die gleiche Wirkung wie junge Erwachsene mit der vom Hersteller empfohlenen Menge. Bei Magen-Darm-Erkrankungen, bei Nieren- oder Leberfunktionsstörungen oder bei allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Asthma) sollte Ibuprofen nicht eingenommen werden.

Paracetamol bei leichten bis starken Schmerzen. Auch dieser Arzneistoff wirkt fiebersenkend. Paracetamol wird von Kindern und Schulkindern gut vertragen. Kinderärzte verordnen den Wirkstoff häufig als Zäpfchen. Für Menschen mit empfindlichem Magen und für ältere Menschen bieten Präparate mit Paracetamol eine gute Alternative zu anderen Schmerzmitteln.
Wenden Sie Paracetamol nicht bei Katerkopfschmerzen an. Die Kombination Alkohol/Paracetamol belastet die Leber. Bei Leberfunktionsstörungen ist generell von der Einnahme abzuraten.

Schmerzmittel können die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen. Wenn Sie regelmäßig Tabletten einnehmen, sollten Sie Ihren Apotheke um Rat fragen. Er informiert Sie über mögliche Wechselwirkungen.
Forscher haben herausgefunden, dass man auch mit reinem Pfefferminzöl Kopfschmerzen bekämpfen kann. Auf Stirn und Schläfen aufgetragen kühlt es und wirkt gefäßerweiternd. Gleichzeitig soll es die Muskeln entspannen. Diese Effekte scheinen die Kopfschmerzen zu lindern.

Einige Betroffene haben auch gute Erfahrungen mit Magnesiumpräparaten gemacht, die ebenfalls entspannend auf die Muskulatur wirken.

Wann zum Arzt?

Wenn Sie häufig Schmerzmittel anwenden, sollten Sie einen Arzt um Rat fragen. Vermeintlich banale Kopfschmerzen können auch andere Ursachen haben.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- Sie starke Kopfschmerzen haben, ohne die Ursache zu kennen
- die Kopfschmerzen trotz Schmerzmittel nicht besser werden
- Sie Ihre Schmerzmittel länger als drei Tage hintereinander einsetzen
- Sie an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel einnehmen
- zusätzliche Beschwerden wie z.B. Sehstörungen oder Schwindel auftreten
- die Kopfschmerzen erstmals nach Einnahme eines Arzneimittels auftreten
- nach dem 40. Lebensjahr erstmals Kopfschmerzen auftreten, die Sie bisher so nicht kannten.

Was Sie beachten sollten

Vorsicht mit Acetylsalicylsäure bei Kindern
Das Reye-Syndrom ist die Bezeichnung für eine sehr seltene, aber gefährliche Erkrankung. Hirn und Leber werden dabei massiv geschädigt. Am häufigsten sind Kinder zwischen 4 und 9 Jahren betroffen. Als Ursache vermutet man einen Zusammenhang zwischen Virusinfektionen und der Einnahme von Acetylsalicylsäure. Möglicherweise spielen auch erbliche Faktoren eine Rolle. Kinder, die an Windpocken, Grippe oder Atemwegsinfekten erkrankt sind, sollten deshalb besser mit Paracetamol oder Ibuprofen behandelt werden.

Pfefferminzöl enthält Menthol und darf nicht im Bereich von Hals und Gesicht bei Säuglingen und Kleinkindern aufgetragen werden. Es kann sonst zu Atemnot kommen.
Pfefferminzöl gefährlich für Säuglinge und Kleinkinder

Schmerzmittelanwendung bei älteren Menschen
Bei älteren Menschen werden Arzneistoffe langsamer abgebaut. Der Stoffwechsel arbeitet nicht mehr so schnell. So kann es vorkommen, dass bestimmte Arzneistoffe länger oder stärker wirken. Menschen über 60 Jahre erzielen bei den Wirkstoffen Ibuprofen, Naproxen oder Acetylsalicylsäure bereits mit einer geringeren Dosis die erwünschte Wirkung.

Vorsicht mit Schmerzmitteln bei empfindlichem Magen
Einige Schmerzmittel-Wirkstoffe können die Magenschleimhäute reizen (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen). Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, sollten Sie "magenneutrale" Wirkstoffe wählen, beispielsweise Paracetamol. Außerdem gilt: Wer bei der Tabletteneinnahme ausreichend Wasser trinkt, beugt Magenproblemen vor. Brausetabletten sind deshalb im Allgemeinen besser verträglich.

Wichtig: Arzneistoffe, die die Magenschleimhäute schädigen, können dies teilweise auch, wenn sie als Zäpfchen angewandt werden. Die Nebenwirkung entsteht nicht nur durch das Auflösen im Magen, sondern auch durch den Wirkstoff an sich. Dabei ist es ohne Bedeutung, auf welchem Weg die Aufnahme in die Blutbahn erfolgt.
Schmerzmittel nur kurzfristig einnehmen!

Wenn Kopfschmerzmittel oft eingenommen werden, können sie ihrerseits Kopfschmerzen auslösen. Ein Teufelskreis entsteht. Die Betroffenen greifen immer häufiger zur Tablette. Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander ein. Weiterhin gilt die Empfehlung: nicht öfter als zehn Tage im Monat! Präparate mit nur einem Wirkstoff sollen ein niedrigeres Abhängigkeitsrisiko als kombinierte Präparate erzeugen.

Schmerzmittel
Schmerzmittel mit nur einem Wirkstoff bezeichnet man als Monopräparate. Sie enthalten beispielsweise Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen. Alle drei Wirkstoffe lindern Schmerzen, senken Fieber und wirken entzündungshemmend.
Kombinationsmittel enthalten verschiedene Schmerzmittel und/oder Zusätze wie Koffein oder Vitamin C. Wenn mehrere Wirkstoffe in einer Tablette enthalten sind, werden sie niedriger dosiert als in Monopräparaten. Durch das Zusammenspiel wird die Wirkung verstärkt.
Trinken Sie zur Einnahme von Tabletten, Kapseln oder Dragees mindestens ein Glas Wasser (0,2l). Das ist wichtig, damit das Arzneimittel nicht in der Speiseröhre hängen bleibt. Ein weiterer Grund: Viele Schmerzmittel werden dadurch besser magenverträglich und der Wirkstoff kann sich gut aus der Arzneiform lösen.

Sonstige schmerzwirksame Mittel
Reines Pfefferminzöl wirkt gefäßerweiternd und muskelentspannend, wenn sie es auf die Schläfen reiben. Dadurch wirkt es Kopfschmerzen entgegen. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die dies bestätigen. Für Kleinkinder und Säuglinge ist das Hausmittel nicht geeignet. Schulkinder und Erwachsene profitieren von der Anwendung, besonders weil keine Nebenwirkungen bekannt sind.
Magnesiumpräparate wirken ebenfalls muskelentspannend und lösen in manchen Fällen dadurch den "Schmerzknoten.


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