Zahnschmerzen

In jedem Alter kann man von Zahnschmerzen geplagt werden. Spätestens im Alter von sechs Monaten bricht der erste Zahn durch, was bei vielen Kleinkindern mit Schmerzen verbunden ist. Später können Zahnerkrankungen wie Karies oder Parodontose den Schmerz auslösen. Und selbst im hohen Alter, wenn keine Zähne mehr im Kiefer sind, kommt es zu schmerzhaften Zahnfleischentzündungen. Durch sorgfältige Zahnpflege und regelmäßige Zahnarztbesuche können Sie Zahnerkrankungen vorbeugen.
Ursachen und Beschwerden

Zahnschmerzen treten bei Zahnerkrankungen wie Karies oder Zahnwurzelentzündung auf oder nach Zahnbehandlungen. Die Zähne können aber auch durch andere Erkrankungen wie Nasennebenhöhlenvereiterung druck- und schmerzempfindlich werden. Zahnschmerzen sind in der Regel äußerst unangenehm. Sie können bohrend, klopfend, dumpf, stechend oder ziehend sein und bei Entzündungen oder Vereiterungen ist die Wange angeschwollen. Häufig reagieren Zähne auch auf Kaltes oder Heißes mit beißendem Schmerz. Dies kann auf eine Überempfindlichkeit der Zahnhälse oder auf eine beginnende Karieserkrankung (Zahnbelag und Karies) oder gar Parodontose (Zahnfleischentzündung) hinweisen. Bisher unbemerkte Karies kann bei Druckabfall plötzlich zu starken Zahnschmerzen führen, z.B. bei Flugreisen, beim Tauchen oder bei Bergtouren.

Häufige Ursachen für Zahnschmerzen sind:
- Karies
- Zahnbehandlung
- Zahnfleischentzündung bzw. Parodontose
- Verlust von Füllungen (es kommt zu Entzündungen des Zahnmarks)
- Zahnwurzelentzündung (Zahnabszess)
- Überempfindlichkeit der Zähne (beispielsweise bei beginnender Karies)
- Durchbrechen der Weisheitszähne
- Bei Kindern und Jugendlichen: Zahnschmerzen durch Neueinstellung der Zahnspange/Fehlstellung der Zähne
- Bei Kindern: Durchbrechen der Zähne.

Hilfe aus der Apotheke

Kurzfristig, bis zum nächsten Zahnarztbesuch, helfen Schmerzmittel. Die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen oder Paracetamol lindern die Beschwerden.

Acetylsalicylsäure (ASS) wird bei allen leichten bis mittelschweren Schmerzen empfohlen. Bei Zahnschmerzen sollte es nur eingesetzt werden, wenn kein chirurgischer Eingriff (Extraktion eines Zahnes) bevorsteht. Es kann sonst zu einer länger anhaltenden Blutung kommen. Acetylsalicylsäure verlängert die Blutgerinnungszeit. Das Blut wird "dünner". Diesen Effekt nutzt man bei Schlaganfallpatienten aus.

Wenden Sie ASS nicht an bei erhöhter Blutungsneigung, bestehenden Magen-Darm-Geschwüren, Niereninsuffizienz oder bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma. Bei Kindern und Jugendlichen kann die Einnahme von Acetylsalicylsäure zu Komplikationen führen, wenn ein Virusinfekt oder eine fiebrige Erkrankung vorliegt. Leber und Hirn können geschädigt werden. Experten bezeichnen dieses Phänomen als Reye-Syndrom .

Naproxen greift bei bei leichten bis mittelstarken Schmerzen. Wie Acetylsalicylsäure zeigt Naproxen jedoch auch eine blutverdünnende Wirkung. Bei Zahnschmerzen sollte es nur eingesetzt werden, wenn kein chirurgischer Eingriff (Extraktion eines Zahnes) bevorsteht. Die Blutungszeit kann sonst verlängert werden. Wenden Sie Naproxen nicht an bei erhöhter Blutungsneigung, bestehenden Magen-Darm-Geschwüren, Niereninsuffizienz oder bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma.

Ibuprofen wird bei leichten bis mäßig starken entzündlichen Schmerzen eingesetzt. Der Wirkstoff eignet sich gut zur Behandlung von Zahnschmerzen. Er zeigt keine blutverdünnenden Eigenschaften. Bei Magen-Darm-Erkrankungen, bei Nieren- oder Leberfunktionsstörungen oder bei allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Asthma) sollte Ibuprofen nicht eingenommen werden.

Das Wirkspektrum vom Paracetamol reicht von leichten bis starken Schmerzen. Paracetamol nimmt keinen Einfluss auf die Blutgerinnungszeit. Für Menschen mit empfindlichem Magen und für ältere Menschen bietet der Arzneistoff eine gute Alternative zu anderen Schmerzmitteln. Wenden Sie Paracetamol nicht in Kombination mit Alkohol an. Das belastet die Leber. Bei Leberfunktionsstörungen ist generell von der Einnahme abzuraten.

Tipp
Schmerzmittel können die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen. Wenn Sie regelmäßig Tabletten einnehmen, sollten Sie Ihren Apotheke um Rat fragen. Er informiert Sie über mögliche Wechselwirkungen.

Wann zum Arzt?

Bei Schmerzen an den Zähnen sollten Sie immer einen Zahnarzt aufsuchen. Je früher behandelt wird, desto besser für Ihre Zahngesundheit.

Wenden Sie sich an einen Zahnarzt, wenn
- Zahnschmerzen unbekannter Ursache auftreten
- Sie eine Plombe verlieren
- ein Stück vom Zahn abbricht
- Sie einen pochenden Schmerz im Kiefer spüren
- das Zahnfleisch stark entzündet ist
- Ihre Zähne empfindlich auf heiße/kalte Einflüsse reagieren.

Was Sie beachten sollten

Vorsicht mit Acetylsalicylsäure bei Kindern
Das Reye-Syndrom ist die Bezeichnung für eine sehr seltene, aber gefährliche Erkrankung. Dabei werden Hirn und Leber massiv geschädigt. Am häufigsten sind Kinder zwischen 4 und 9 Jahren betroffen. Als Ursache vermutet man einen Zusammenhang zwischen Virusinfektionen und der Einnahme von Acetylsalicylsäure. Möglicherweise spielen auch erbliche Faktoren eine Rolle. Kinder, die an Windpocken, Grippe oder Atemwegsinfekten erkrankt sind, sollten deshalb besser mit Paracetamol oder Ibuprofen behandelt werden.

Schmerzmittelanwendung bei älteren Menschen
Bei älteren Menschen werden Arzneistoffe langsamer abgebaut. Der Stoffwechsel arbeitet nicht mehr so schnell. So kann es vorkommen, dass bestimmte Arzneistoffe länger oder stärker wirken. Menschen über 60 Jahre erzielen bei den Wirkstoffen Ibuprofen, Naproxen oder Acetylsalicylsäure bereits mit einer geringeren Dosis die erwünschte Wirkung.

Vorsicht mit Schmerzmitteln bei empfindlichem Magen
Einige Wirkstoffe können die Magenschleimhäute reizen (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen). Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, sollten Sie "magenneutrale" Wirkstoffe wählen, beispielsweise Paracetamol. Außerdem gilt: Wer bei der Tabletteneinnahme ausreichend Wasser trinkt, beugt Magenproblemen vor. Brausetabletten sind deshalb im Allgemeinen besser verträglich.

Wichtig: Arzneistoffe, die die Magenschleimhäute schädigen, können dies teilweise auch, wenn sie als Zäpfchen angewandt werden. Die Nebenwirkung entsteht nicht nur durch das Auflösen im Magen, sondern auch durch den Wirkstoff an sich. Dabei ist es ohne Bedeutung, auf welchem Weg die Aufnahme in die Blutbahn erfolgt.
Schmerzmittel nur kurzfristig einnehmen!

Wenn Schmerzmittel oft eingenommen werden, können sie ihrerseits Kopfschmerzen auslösen. Ein Teufelskreis entsteht. Die Betroffenen greifen immer häufiger zur Tablette. Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander ein. Weiterhin gilt die Empfehlung: nicht öfter als zehn Tage im Monat! Präparate mit nur einem Wirkstoff sollen ein niedrigeres Abhängigkeitsrisiko als kombinierte Präparate erzeugen.

Schmerzmittel
Schmerzmittel mit nur einem Wirkstoff bezeichnet man als Monopräparate. Sie enthalten beispielsweise Acetylsalicylsäure, Naproxen, Ibuprofen oder Paracetamol.
Kombinationsmittel enthalten verschiedene Schmerzmittel und/oder Zusätze wie Koffein oder Vitamin C. Wenn mehrere Wirkstoffe in einer Tablette enthalten sind, werden sie niedriger dosiert als in Monopräparaten. Durch das Zusammenspiel wird die Wirkung verstärkt.
Wenden Sie Schmerzmittel nur bei Bedarf an, nicht prophylaktisch. Trinken Sie zur Einnahme von Tabletten, Kapseln oder Dragees mindestens ein Glas Wasser (0,2l). Das ist wichtig, damit das Arzneimittel nicht in der Speiseröhre hängen bleibt. Ein weiterer Grund: Viele Schmerzmittel werden dadurch besser magenverträglich und der Wirkstoff kann sich gut aus der Arzneiform lösen.


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