Raucherentwöhnung

Jeder weiß, dass Rauchen ungesund ist! Ohne Sucht zu leben, macht frei. Schluss mit der Suche nach Raucherecken. Sie werden nie mehr Stress empfinden, wenn bei Konferenzen, Vorträgen oder im Büro Rauchverbot besteht. Der Geruchsinn und die Geschmacksnerven nehmen wieder ihre volle Funktion auf und die körperliche Fitness steigt. Bewegung und Sport lösen keine Atembeschwerden mehr aus. Nichtrauchen macht fit, frei und gesund!
Rauchen und die Folgen

Nikotin ist eine Substanz, die anregend auf das Gehirn wirkt. Dadurch werden Streß, Unruhe und unangenehme Gefühle vermindert. Das gesundheitliche Risiko des Tabakrauchs beruht neben dem Nikotin vor allem auf den Schadstoffen Teer, Kohlenmonoxid und auf Reizung durch schleimhautschädigende Gase. Diese Substanzen führen u. a. zu einer schlechteren Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Körpers, sowie zu Entzündungen der Atemwege. Raucher sind weniger leistungsfähig und leiden häufig unter Raucherhusten oder chronischer Bronchitis. Der so genannte Raucherhusten am Morgen ist der klägliche Versuch des Körpers, sich von den Schadstoffen zu befreien. Meist vergeblich, weil der Teer aus den Tabakwaren die Flimmerhärchen verklebt. Diese kleiden die Atemwege aus und befördern Fremdkörper nach draußen. Wenn sich die Schadstoffe in den Atemwegen festsetzen, können entzündliche Prozesse entstehen. Wer täglich 20 Zigaretten raucht, nimmt pro Jahr eine Tasse Teer zu sich. Die krebserregenden Stoffe im Teer können Lungenkrebs und andere Krebserkrankungen erzeugen. Etwa 90 - 95% der an Lungenkrebs erkrankten Erwachsenen sind Raucher. Auch das Herz-/Kreislaufsystem wird durch das Rauchen extrem belastet. Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck und Arteriosklerose ("Raucherbein") sind mögliche Folgen. Sofortwirkungen des Rauches sind gereizte Augen, trockene Mund- und Nasenschleimhaut, schlecht durchblutete, matt wirkende Haut und eine Verschlechterung des Geschmackssinns.

Letztendlich sind auch die Passivraucher gefährdet. Sie haben wie die Raucher ein erhöhtes Risiko für Herz-, Kreislauf-, Atemwegs- und Krebserkrankungen. Besonders Kinder sollten nicht dem ständigem Tabakrauch ausgesetzt sein!


So werden Sie Nichtraucher
Eines ist besonders wichtig, wenn Sie Nichtraucher werden wollen: Sie müssen 100 prozentig von Ihrer Entscheidung überzeugt sein! Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, kann es zu Entzugserscheinungen kommen, weil sich die Nikotinsensoren im Gehirn an die tägliche Nikotindosis gewöhnt haben. Je mehr Sie rauchen, desto mehr Nikotinsensoren entwickeln sich und verstärken Ihr Verlangen nach der Zigarette. Die Nikotinsensoren sind auch verantwortlich für die Auslösung von Reizbarkeit, Unkonzentriertheit, Unruhe und schlechter Laune beim Abgewöhnen. Es kann auch zu einer leichten Gewichtszunahme kommen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie körperlich gesünder sind, besser und frischer aussehen und nicht mehr nach Zigaretten riechen, wenn Sie aufhören zu rauchen. Ersetzen Sie Ihre Ausgaben für Zigaretten ruhig einmal durch Dinge, die Ihnen Freude machen. Entfernen Sie alle Zigaretten oder Tabakwaren aus Ihrem Umfeld. Lenken Sie sich ab, wenn das Verlangen nach Zigaretten aufkommt. Gegen den körperlichen Nikotinentzug helfen Medikamente aus der Apotheke. Sie müssen Ihre Gewohnheiten ändern. Greifen Sie an Stelle der Zigarette zu Kaugummi, scharfen Hustenbonbons oder rohen Karotten. Weitere Tipps zum Nichtrauchen und Durchhalten gibt Ihnen gerne Ihre Apotheke!

Hilfe aus der Apotheke

Nikotinhaltige Medikamente erleichtern den Ausstieg aus der Sucht. Die Zufuhr von Nikotin ist bei weitem nicht so schädlich wie das Rauchen von Tabakwaren. Beim Verbrennen einer Zigarette werden ungefähr 4000 Körpergifte freigesetzt. Wer den Umstieg vom Rauchen zu Nikotinpräparaten schafft, hat schon viel gewonnen. Die entsprechenden Kaugummis und Pflaster sind ohne Rezept in ihrer Apotheke erhältlich.

Während Pflaster kontinuierlich die gleiche Menge Nikotin an den Körper abgeben, erhöhen Kaugummis kurzfristig die Zufuhr. Jeder Raucher sollte individuell entscheiden, was für ihn das Beste ist.

Kaugummis: Beim Kauen von Nikotinkaugummis wird ähnlich wie beim Zigarettenrauchen schnell und für kurze Zeit Nikotin freigesetzt. Statt zur Zigarette greift man zum Kaugummi. Nach 4-6 Wochen sollte die Dosis reduziert werden. Der "Kaugummi-Entzug" fällt nicht so schwer wie der "Zigarettenentzug". Die Kaugummis werden in zunehmend geringerer Dosis und längeren Abständen angewandt. Schließlich kommt man ganz ohne Nikotin aus. Wenn Sie eine längere Zeitspanne ohne Nikotin ausgekommen sind, dürfen Sie keine Nikotinkaugummis mehr einnehmen. Ihr Körper ist dann bereits entwöhnt. Die erneute Nikotinzufuhr könnte wie bei Nichtrauchern zu Vergiftungserscheinungen führen.

Wichtig bei Nikotinpflastern: Die Pflaster versorgen den Körper kontinuierlich mit Nikotin, das so über die Haut in die Blutbahn gelangt. So bleibt das akute Verlangen nach Nikotinnachschub aus. Das Gefühl: "Jetzt muss ich eine Zigarette haben" flaut ab. Die Wirkstärke der Pflaster richtet sich nach dem früheren Zigarettenkonsum. Spätestens nach vier Wochen sollte die Dosierung reduziert werden. Die Entwöhnungsphase mit Pflastern dauert etwa 12 Wochen. Auch hier gilt: Wenn Sie längere Zeit nikotinfrei gelebt haben, kann es bei erneuter Anwendung der Pflaster zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Medikamente wirken bei Nichtrauchern anders!
Nikotin selbst zeigt keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Zigarettenrauchen verändert dagegen die Wirkung mancher Arzneistoffe. Dementsprechend wirken bestimmte Medikamente stärker oder schwächer, wenn Sie nicht mehr rauchen.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Magen- oder Darmgeschwüren, Leber- oder Nierenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion oder Durchblutungsstörungen sollten vor der Anwendung nikotinhaltiger Medikamente Rücksprache mit dem Arzt halten. Gehen Sie auch zum Arzt, wenn sich Ihr Gesundheitszustand während der Entwöhnung verschlechtert. Bei starken Rauchern kann der Körper während der Entgiftung mit Herz- und Kreislaufproblemen reagieren.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- Ihre bisherigen Entwöhnungsversuche scheiterten
- Sie stark an Gewicht zunehmen
- Herz- und Kreislaufprobleme auftreten
- Sie ein sehr starker Raucher sind. Hier sollte das Entzugsprogramm mit dem Arzt besprochen werden.

Was Sie beachten sollten

Während der Entwöhnung wirken manche Medikamente stärker
Wenn Sie nicht mehr rauchen und Medikamente einnehmen, kann sich deren Wirkung verändern. Die Dosierung war bislang auf die Stoffwechselfunktionen eines Rauchers abgestimmt. Als Nichtraucher arbeitet Ihr Körper jedoch anders. In vielen Fällen reichen dann geringere Mengen eines Arzneimittelwirkstoffs aus, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Dies trifft auch zu, wenn Sie während der Entzugsphase noch Nikotin (Pflaster, Kaugummi) zuführen. Nikotinprodukte zeigen keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Es gibt auch Wirkstoffe, die bei werdenden Nichtrauchern unter Umständen eine Dosissteigerung erforderlich machen.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie nicht wissen, ob die Wirkung Ihrer Medikamente beeinträchtigt wird.


Nikotinhaltige Mittel
Mit nikotinhaltigen Medikamenten fällt es leichter, das körperliche Verlangen nach einer Zigarette zu unterdrücken. Nikotin-Kaugummis oder -Pflaster gibt es ohne Rezept in Ihrer Apotheke. Die Kaugummis können bei Bedarf eingenommen werden. Starke Raucher wählen die Dosierung 4 mg, ansonsten reichen Pflaster mit 2 mg aus. Optimal ist es, wenn Sie daneben überhaupt nicht mehr rauchen. Pflaster mit 2 mg können aber auch angewandt werden, wenn Sie Ihren Zigarettenkonsum zunächst langsam reduzieren möchten. Bei Nikotinpflastern gilt dagegen die Empfehlung, das Rauchen vollständig einzustellen. Die wirkstoffhaltigen Pflaster bleiben 24 Stunden auf der Haut und sorgen für einen gleichbleibenden Nikotinspiegel im Blut. Jeden Tag muss ein neues Pflaster aufgeklebt werden. Die Dosierung richtet sich nach dem früheren Zigarettenkonsum und wird allmählich verringert. Eine Wirkstärke sollte mindestens eine Woche lang angewandt werden, bevor auf die nächst niedrigere Dosierung gewechselt wird. Zerschneiden Sie die Pflaster nicht. Dadurch kann die Wirkung beeinträchtigt werden. Kleben Sie das Pflaster auf eine saubere, trockene und unverletzte Hautstelle. Wechseln Sie jeden Tag die entsprechende Körperstelle. So beugen Sie eventuellen Hautreizungen vor. Achten Sie auch darauf, dass möglichst wenige Körperhaare an der Klebefläche vorhanden sind. Oberarm, Hüfte und Rumpf sind am besten geeignet. Schwimmen und Duschen ist auch mit Pflaster möglich. Wenn sich das Pflaster aus irgendwelchen Gründen löst, können Sie es mit Heftpflaster zusätzlich befestigen.


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